Pôle Sud: Qu’est-ce qui pourrait sauver l’amour ? in Straßburg
Sylvain Riéjou und Clara Bottlaender präsentieren mit ihrer Kreation Qu’est-ce qui pourrait sauver l’amour ? ein Kollektivprojekt, bei dem Laien sich am Chanson de geste ausprobieren.
Nach Arbeiten, die in Zusammenarbeit mit angehenden Künstlern realisiert wurden – wie La Boîte à gestes (2022), bei dem er schon die Worte eines Textes anhand von Bewegungen, in Form von Videoclips, illustrierte und Il n’y a pas plus casanier qu’un animal sauvage (2024), bei dem er sich für das besondere Verhalten der Balz interessiert – umgibt sich Sylvain Riéjou erneut mit Laien. Zu den rund 80 Teilnehmern – eine einzige Bedingung beim Projektaufruf: seine Arbeit zu kennen – haben sich Kinder, Eltern, Rentner sowie eine Handvoll von Personen mit geistiger Behinderung gemeldet. „Ich möchte etwas Geselliges schaffen, das so zugänglich wie möglich ist“, erklärt der Choreograph, der ausgebildeter Psychomotoriker ist. Selbst wenn ihre Integration ein gewisses Maß an Komplexität mit sich bringt, kommt es nicht in Frage eine gesonderte Gruppe zu schaffen. Von Nouvel Envol kommend, einem Verein, der daran gewöhnt ist, Tanzprojekte durchzuführen, integrieren sie so eine der vier Gruppen, die am Ende dieser ersten Etappe gebildet werden. Jeder sucht sich anschließend das Lied aus, das er adaptieren möchte, darunter Besoin d’amour von France Gall.

Keine Spur allerdings vom gleichnamigen Titel von Balavoine, der nur wie eine Anspielung erscheint, die die angesprochene Thematik ankündigt. Wenn sie die Klischees behandeln, die mit diesem Gefühl verbunden sind, nehmen die Interpreten eine einfache Gestik an, die sich zum Großteil auf Pantomime stützt. „In technischer Hinsicht ist es auch sehr leicht. Der Fokus liegt auf der Musik“, fügt unser Mann hinzu. Und er fährt fort: „Ziel ist es, eine logische Geschichte zwischen den Stücken zu spinnen, also wird eine Reihenfolge definiert werden. Mit Clara sehen wir auch vor, ein wenig während ihrer Aufführung zu sprechen, sie zu präsentieren, etwas zu erzählen um eine Beziehung aufzubauen…“ In der Praxis teilt sich jede Gruppe anschließend in Untergruppen auf, um die Strophen aufzuteilen. Jene, die sich zum Beispiel dem Auszug von France Gall widmet, zerlegt die ersten Verse in ihre Bestandteile, „Sein Blick hat meinen Blick getroffen / Wie ein Laser-Strahl / Ich wurde irgendwohin projiziert / Anderswo als auf die Erde“, indem sie sich direkt an das Publikum wendet, mit erhobenen gekreuzten Armen, Handhabung (fiktiver) Schwerter à la Star Wars oder auch Impulsen, das Ganze maximal koordiniert. Als der Refrain kommt – „Hilfe / ich brauche Liebe“ – macht sich die Angst schnell auf den Gesichtern breit, bevor sie von einer zarten Melodie und einem langgezogenen Moment ersetzt wird… Eine willkommene Auszeit um die Truppen umzustellen und mit der Fortsetzung weiterzumachen, die ebenso romantisch ist: „Mit ihm habe ich Lust zu tanzen / Barfuß, im Licht / Ich habe Lust auf dem Meer zu laufen / in der Luft zu schweben“.
In Pôle Sud (Straßburg) am Dienstag den 9. Juni
pole-sud.fr
