Hydroscape, wunderbare Unterwasserlandschaften von Nicolas Floc’h in Wattwiller
Am Zusammenfluss der wissenschaftlichen Untersuchung und der plastischen Kreation bringt Nicolas Floc’h die zarte Schönheit von Unterwasserlandschaften in Hydroscape zutage.
Nach mehreren monographischen und Gruppenausstellungen, die in allen Ecken der Welt (New Orleans, China, Europa…) viel Beachtung erfuhren, wirft Nicolas Floc’h seinen Anker im Elsass aus, mit einer freien Hand, die die ganze Vielfalt eines Werkes entfaltet, das nicht einzuordnen und interdisziplinär ist. Indem er Photographie, Installationen und Videos in einen Dialog bringt, hebt der reisende Künstler den Schleier über seiner langjährigen Arbeit zu unsichtbaren Räumen an, getragen von Expeditionen, die ihn von den Ufern des Mississippi bis in die hintersten Winkel der Arktis gebracht haben.
In drei Achsen aufgeteilt, öffnet der Rundgang mit dem was der Künstler aus Rennes als Produktive Landschaften bezeichnet. Eine Reihe von großformatigen Photographien in schwarz-weiß entführt den Besucher hinaus zu den Küsten der Bretagne und der Normandie, zur Entdeckung der Flora, die vom Klimawandel betroffen ist. Indem sie mit Maßstäben spielt, löst sich die botanische Typologie von der reinen Wissenschaftlichkeit, kehrt die Perspektiven um. In den Vordergrund der Komposition gerückt um den gesamten Bildraum einzunehmen, strahlt harmloser Fingertang eine märchenhafte Verträumtheit aus (Initium Maris, île de Molène), lädt dazu ein, den Meeresgründen dieselbe Aufmerksamkeit zu widmen wie den Landschaften des Festlandes. Das Zentrum der Besichtigung befasst sich anschließend mit dem Einfluss von Projekten zu künstlichen Riffen, zur Unterwasser-Topographie in Europa und Japan. Indem er seine Faszination für diese Produktiven Strukturen teilt, die dazu bestimmt sind die Fischfang-Reserven zu bewahren, macht der Künstler ein genaues Inventar, dokumentiert ihre Absorbierung durch das Milieu, in das sie eingefügt wurden. Dem Publikum in Form einer Skulptur im Maßstab 1:10 präsentiert, nehmen diese architektonischen Elemente die Form minimalistischer Polyeder an (Pyramide de chez Litoncosmo). Ein breites photographisches Ensemble rückt die Poesie ins Licht, mit der sie im Kontakt mit dem Lebendigen ihre eigene Organik entwickeln, nach und nach eins werden mit ihrem Ökosystem (Structure productive, Kikaijima) bis sie sich in einer Symbiose auflösen, die wimmelnde Unterwasserstädten entstehen lassen (Structure productive, Tateyama). Zum Abschluss dokumentiert Die Farbe des Wassers einen Zyklus, der 2016 begonnen wurde, zu den biologischen Variationen der Flüsse und Ozeane. Vom Granatrot zum Petrolblau, wird ein breites Farbspektrum dekliniert, je nachdem ob die Aufnahmen die Schatten der Tiefsee einfangen oder die Helligkeit der Oberflächen. Ein neuer Teil, der aus einer Künstlerresidenz auf dem Rhein im Jahr 2026 stammt, verankert diese Vorgehensweise im lokalen Kontext (La Couleur de l’eau – du Rhin à la Mer du Nord). Indem sie sich auf ein striktes wissenschaftliches Protokoll stützt macht die Übersetzung der Wasser-Milieus in bildliche Monochrome die Verletzlichkeit dieser natürlichen Umgebungen lesbar, da sie eine Verbindung zwischen künstlerischer Sensibilität und ökologischen Bewusstsein herstellt.
In der Fondation François Schneider (Wattwiller) bis 20. September
fondationfrancoisschneider.org – nicolasfloch.net



