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Die dritte Ausgabe des Festivals Premières in Straßburg

DAS WETTER ZUHAUSE. EIN WOHNZIMMERBALLETT © Steven M Schultz


Für seine dritte Ausgabe widmet sich Premières, der Höhepunkt, den der Maillon  den jungen Talenten Europas widmet, der Macht, der Ungleichheit  und der Diskriminierung.

Im Jahr 2005 mit dem Théâtre national de Strasbourg ins Leben gerufen, kommt anschließend das Badische Staatstheater zu diesem Abenteuer Premières hinzu, dem Festival, das die Arbeit junger Regisseure aus allen Ecken Europas erkundet. Im Jahr 2015 wird die Veranstaltung nichtsdestotrotz brutal eingestellt. Acht Jahre später, facht Barbara Engelhardt, ehemalige Programmverantwortliche – die nun die Direktorin des Maillon geworden ist – das Feuer neu an. Fünf engagierte und anprangernde Aufführungen nehmen sich dieser neuen Spielzeit an: Darunter das Wetter zuhause. ein Wohnzimmerballett (20.-31.01., Hear – Plateau scénique, in deutscher Sprache mit französischen Übertiteln), das von besonderer Aktualität ist. Sein Autor Aleksandr Kapeliush erzählt sein Exil in einer hybriden Form zwischen Choreographie, Video, Musik und Gesang. Aus St. Petersburg stammend, verlässt er Russland nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Da er dort seine Homosexualität nicht frei leben kann, geht er zunächst nach Tel Aviv, bevor er in Deutschland sesshaft wird. Indem er die Fragen, die ihn beschäftigen, aufgreift und sich das Bild des mythischen Schwanensees, den er auf verschiedene Weise neu interpretiert, wieder zu eigen macht, zeichnet er das Portrait eines Landes, in dem die Freiheit zunehmend eingeschränkt wird, und erklärt, warum eine Emigration von Vorteil sein kann.


Der Italiener Francesco Alberici präsentiert seinerseits Bidibibodibiboo (29.-31.01., in italienischer Sprache mit französischen und deutschen Übertiteln), eine Geschichte, deren Hauptfiguren Pietro und Daniele sind, zwei Brüder, von denen der Erste Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz ist. Wie eine Mise en abyme, in der die Elemente sich pausenlos neu erfinden, lässt das Stück die Schauspieler mehrere Protagonisten spielen, was der Erzählung einen frischen Schwung verleiht – Alberici jongliert zwischen den Brüdern, Daniele will die Geschichte von Pietro in theatralischer Form erzählen um auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, die er erfährt, während eine andere Interpretin zwischen Mutter und Managerin abwechselt, zwei Rollen, die allen Anschein zum Trotz nicht so unterschiedlich sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen mögen. Was die griechische Tänzerin und Choreographin Chara Kotsali betrifft, lädt sie dazu ein in It’s the end of the amusement phase (06. & 07.02.) einzutauchen, ein Trio mit teuflischem Tempo, das sich mit dem Fortschritt und der Zerstörung der Welt beschäftigt. Anhand von persönlichen und kollektiven Anekdoten, durchstreifen die Tänzer die Geschichte und fügen Bezüge zur Popkultur hinzu, die sich trotz ihrer augenscheinlichen Leichtigkeit auch als Mittel der Kontrolle und der Manipulation der Massen erweisen kann. 


Im Maillon (Straßburg) vom 29. Januar bis  7. Februar
maillon.eu

> Kulturbus ab Offenburg (29.01., Bidibibodibiboo)
> Nach der Aufführung lädt das Bankett des Festivals zu einer Begegnung mit der künstlerischen Truppe ein, rund um ein gemeinsames Essen (30.01.)

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