The Alonetimes : theatralische und musikalische Liebeseinsamkeit im Maillon
Das vierhändig von Jennifer Walshe und Philip Venables geschriebene The Alonetimes ist eine wunderbare Variation zur Einsamkeit.
Zwei der aufregendsten Komponisten von heute, Jennifer Walshe und Philip Venables, haben ihre Kräfte vereint um sich dieses zeitgenössische Madrigal auszudenken, das die Einsamkeit der Liebe in der digitalen Ära erkundet. Von einem atypischen Quartett getragen – Bassklarinette, Geige, Akkordeon oder Schlagzeug – werfen die Stimmen von Loré Lixenberg und Oskar McCarthy Fragmente eines Liebesdiskurses ein, der sich global online entfaltet. Diese Erzählungen kreuzen einander und überlagern sich: Stücke des Lebens treten also in Resonanz mit Auszügen aus Foren, im Cyberspace verlorenen Nachrichten, etc.
Die Protagonisten singen, tanzen, psalmodieren diese verrückten Geschichten von wackligen Beziehungen, verpatzten Rendez-vous, verkorksten ersten Malen und schmerzlichen Trennungen. Die Sätze sind wie Ohrfeigen. Werden auf die Bühne projiziert. Verschlingen sich mit der Musik zu einem Wirbelsturm, der dazu berufen ist der Liebesbeziehung so nahe zu kommen wie möglich, was den Zuhörer daran erinnert, dass er, egal was kommt, immer alleine ist, trotz der generalisierten Übervernetzung. Nihil novi sub sole…
Im Maillon (Straßburg) vom 18. bis 20. September
maillon.eu – festivalmusica.fr
