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Das Werk von Ruth Asawa erobert die Fondation Beyeler

Ruth Asawa parmi plusieurs de ses sculptures, en novembre 1954 Ruth Asawa inmitten mehrerer ihrer Skulpturen, November 1954, Photo: Nat Farbman/The LIFE Picture Collection/Shutterstock Artwork © 2026 Ruth Asawa Lanier, Inc., Courtesy David Zwirner

Zutiefst poetisch, erobert das Werk von Ruth Asawa die Fondation Beyeler für ein Ausstellungsereignis, das ihre Skulpturen aus Metalldraht präsentiert, aber (bei Weitem) nicht nur die…


An der Decke der Fondation Beyeler hängend, kreieren dutzende Skulpturen von Ruth Asawa (1926-2013) einen poetischen Wald. Asymmetrische ineinandergeschlungene Blasen, eine wellenförmige Struktur, die aus fünf Lappen besteht, in denen manchmal Kugeln eingebettet sind, eine Kolonne aus acht Kegel, die an übereinandergestapelte Hexenhüte erinnern… Die Werke, die emblematisch für die amerikanische Künstlerin japanischer Herkunft sind, wurden aus Metalldrähten hergestellt – hauptsächlich Eisen, Messing oder Kupfer – die dank einer Technik verknüpft sind, die sie im Jahr 1947 bei einer Reise nach Toluca in Mexiko entdeckte, wo sie benutzt wird um traditionelle Körbe herzustellen. „Ich kann einen Draht nehmen, in die Luft steigen und die Luft definieren, ohne sie jemandem wegzunehmen. Eine Linie kann Raum umschließen und definieren, aber die Luft dennoch Luft sein lassen“, fasste die Künstlerin in Bezug auf ihre spinnennetzartigen, luftigen Kreationen von großer Stärke zusammen. Ab Beginn der 1950er Jahre denkt sie sich kontinuierliche Formen aus, die in einer anderen Form enthalten sind, was „verschachtelte Kompositionen“ erzeugt. Organische Werke wie Untitled, S.089, Hanging Asymmetrical Twelve Interlocking Bubbles (1957) schweben, im Ausstellungssaal hängend, scheinen die Schwerkraft herauszufordern, in einer Choreographie von großer Zärtlichkeit. Indem sie diese „Zeichnungen im Raum“ multiplizieren, sind ihre Schatten eine Erweiterung: Sie werden ein integraler Bestandteil des Ensembles, installieren einen Dialog von großer Feinsinnigkeit zwischen 2D und 3D.


Untitled, S.407, Hanging Five-Lobed Continuous Form within a Form with Spheres in the Second and Third Lobes (um 1952), Untitled, S.161, Hanging Two-Sectioned, Reversible Open-Window Form (1998), etc.: Skulpturen aus Eisendraht aus allen Epochen, die repräsentativ für den Korpus sind, der Ruth Asawa berühmt gemacht hat, werden gezeigt. Aber im Laufe eines extrem kompletten Rundgangs entfaltet sich die vielförmige Arbeit von jener, die Ende der 1940er Jahre am sehr experimentellen Black Mountain College – bei Josef Albers und Merce Cunningham –, studierte, deren gemeinsamer Nenner die Abschaffung der Grenzen zwischen Abstraktion und Figuration, Kunst und Kunsthandwerk, Aktion und Betrachtung ist. Man ist verblüfft von Bronzegüssen, Papierfaltungen und Zeichnungen, die oft eine zärtliche Beziehung zur Natur offenbaren. Man denke an Untitled, WC.003, Cherries in a Bowl (zwischen der Mitte der 1980er Jahre und dem Beginn der 1990er Jahre), ein wunderbares Aquarell auf Papier von radikaler Einfachheit. Diese Kirschen in einer Schüssel – die nicht materialisiert ist, außer durch ihre Form – sind von unendlicher Sanftheit, ebenso wie Untitled, S.238, Wall-Mounted Tied- Wire, Open-Center, Five-Petaled Form Based on Nature (von der Mitte bis zum Ende der 1970er Jahre), eine Wandskulptur, die von einer getrockneten Wüstenpflanze inspiriert ist, die in der Death Valley wächst. Die Tatsache, dass die Künstlerin unermüdlich, mit so viel Anmut, ein industrielles Material von großer Brutalität verwandelt, ist vielleicht damit zu begründen, dass sie mit 16 Jahren, mit ihrer Familie, zu Unrecht hinter dem Maschendrahtzaun eines Lagers in Arkansas interniert wurde – wie mehr als 100 000 andere Personen japanischer Abstammung – nachdem Japan die amerikanische Militärbasis Pearl Harbor attackiert hatte.  


In der Fondation Beyeler (Riehen/ Basel) bis 10. Januar 2027
fondationbeyeler.ch 

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