Cosey im Cartoonmuseum Basel

Saigon Hanoi, Éditions Dupuis, 1992

In Basel entfaltet sich eine bemerkenswerte Retrospektive, die Cosey, einer Ikone des europäischen Comics, gewidmet ist und dazu einlädt sich Vers l’inconnu* zu wenden.

Mehr als 200 Comicseiten und andere Originalzeichnungen, die die lange Karriere von Bernard Cosendai, alias Cosey (geboren 1951) nachzeichnen, der für seine 1975 begonnene Serie JonathanAuf der Suche nach der Erinnerung bekannt ist, die in den Seiten von Tintin erschien. Damals war diese Figur sehr untypisch: „Es existierten zwei Stile, die Helden in Reinform, wie Buck Danny, und die Anti-Helden, junge europäische Erben des amerikanischen Undergrounds. Ich habe mich in keiner der beiden Kategorien wohlgefühlt und hatte den Wunsch eine andersartige Figur zu kreieren. Jonathan ist mein phantasiertes Ich. [lacht].“ Nach 46 Jahren und 17 Alben hat der Schweizer Autor 2021 dieser „imaginären Autobiographie“ einen Schlusspunkt gesetzt, die im Kontext der 1970er Jahre entstanden war, in der viele sich in Richtung Himalaya aufmachten. In seiner Entstehung sind die Photographien von Alexandra David-Néel genauso wichtig wie Tim in Tibet, „eine Offenbarung, da es ein Album ist, in dem es keinen „Bösewicht“ gibt, es geht über den manichäischen Kampf zwischen Gut und Böse hinaus“, fasst der Preisträger des Grand Prix du Festival d’Angoulême 2017 zusammen.


Am Anfang „ist die Zeichnung total einfach“, amüsiert sich jener, der nach Photographien gearbeitet hat, bevor er nach Ladakh reiste, um Material zusammenzutragen. Die Reise wird zu seinem Kompass und man bleibt vor den Originalen sprachlos: Spiel von Blau-und Gelbtönen, Kraft der Schwärze und Stärke des Weiß – mit diesem Schnee à la Hergé – sind das Markenzeichen eines Meisters der 9. Kunst, der seinen Helden in kontemplative Abenteuer geschickt hat, bei denen der Erzählmodus manchmal an jenen von Salinger erinnert. Von orientalischer Spiritualität fasziniert – die Objekte, die aus dem Museum der Kulturen Basel ausgeliehen wurden, treten mit den Zeichnungen in einen Dialog –, wird Cosey auch politisch, aber ohne Plumpheit, ohne Manichäismus: „Es ist unmöglich diese Fragen unter den Teppich zu kehren, wenn man über Tibet oder Birma spricht, das ist so als würde man einen Comic über Frankreich im Jahr 1940 machen, ohne zu sagen, dass es sich um ein besetztes Land handelt“, fasst er zusammen. Man entdeckt auch seine anderen Alben, vom legendären Diptychon Auf der Suche nach Peter Pan aus den Achtzigern, das seine Faszination für die Gemälde von Hodler zeigt, bis zu Calpyso (2017), das die Gewalt der Kontraste in den Wäldern von Vallotton thematisiert, über… Mickey. „Im Jahr 1978 habe ich mich bei Disney in Burbank vorgestellt, denn ich träumte davon dort zu arbeiten. Ich wurde genommen, aber es war sehr schnell klar, dass ich mindestens zwanzig Jahre lang Fließbandzeichnungen machen würde, bevor ich kreativ werden könnte. [lacht] Als mir Glénat viele Jahre später angeboten hat Alben zu machen, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt“: Es wurden Eine geheimnisvolle Melodie (2016) und Minnie Maus – Tante Mirandas Geheimnis (2020). Ein ganzer Saal ist ihnen gewidmet, wo man sieht, dass Cosey Figuren, die man tausendfach gesehen hat, neues Leben einzuhauchen vermag.


Im Cartoonmuseum Basel bis zum 26. Februar 2023
cartoonmuseum.ch 

> Sonntagsführungen 11.12., 15.01., 12.02. (14 Uhr) > „Voyage, voyage“ im Rahmen der Basler Museumsnacht (20.01., 18-2 Uhr) mit Animationsfilmen, Liveperformances und Speisen aus fernen Ländern

*dt. in Richtung des Unbekannten, auf ins Unbekannte

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