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Le Salon revisited, Neuinterpretation eines Klassikers von Peeping Tom

Le Salon (2004) © Peeping Tom, Marc Deganck

Mehr als 20 Jahre nach den ersten Schritten seiner „großen Schwester“, interpretiert Le Salon revisited ein grundlegendes Stück der Tanz-und Theatertruppe Peeping Tom neu. 

Im Jahr 2004 erdacht, ist Le Salon die zweite Produktion der Truppe Peeping Tom, die von Gabriela Carrizo und Franck Chartier gegründet wurde. Sie ist auch der Dreh-und Angelpunkt der ersten Trilogie der Gruppe, die mit Le Jardin (2002) begann und mit Le Sous Sol (2007) beendet wurde. Die Besonderheit dieser Serie liegt darin, dieselbe Besetzung von einer Episode zur anderen wiederzufinden. Die Geschichte beginnt mit der Opposition zwischen einem alten Patriarchen und einem jungen Paar – das von den Regisseuren verkörpert wird. Dann versteht das Publikum, dass die Liebenden, die außerdem gerade ein Kind bekommen haben, die Nachkommen des Mannes darstellen. Der früher wohlhabende Ältere zieht die verschiedenen Mitglieder seiner Familie herunter in einen Strudel der Ungnade und ertrinkt im Unausgesprochenen, will vor allem den schönen Schein aufrechterhalten. Der finale Akt überrascht die Zuschauer und versetzt die Handlung in eine Zeit Jahre nach dem Tod der Protagonisten… was sie nicht darin hindert im Jenseits zu existieren. Von Das Musikzimmer des indischen Regisseurs Satyajit Ray inspiriert, einem Film, der dem letzten Überlebenden eines langen Geschlechts reicher Grundbesitzer im vollen finanziellen Verfall folgt, entführt Le Salon seinen Erben in ein neues hyperrealistisches Wohnzimmer, was die ursprüngliche Studie der Beziehungen in eine neue Dimension versetzt. 


Selbst wenn das Duo nicht mehr an der Performance teilnimmt, haucht Franck Chartier seiner legendären Umwelt, die früher so schön war und die heute in Stücke zerfällt, neues Leben ein. Was bleibt wenn alles den Bach runter geht? Kann man von der Vergangenheit lernen oder ist man dazu verdammt sie wiederzuerleben? Fragestellungen, die ein Echo auf das Zeitgeschehen sind und die, in Bezug auf die persönliche Weiterentwicklung der Regisseure, eine neue Lektüre eines zentralen Themas liefern. Wie im Jahr 2004 ist ein kleines Baby Teil des Castings. Als festigendes Element des Paares, verleiht es hier der Angst vor dem Verlust des Kindes mehr Gewicht, denn Franck Chartier und Gabriela Carrizo sind in der Zwischenzeit selbst Eltern geworden. Indem sie die Erzählung einer neuen Generation von Schauspielern, Tänzern und Sängerinnen anvertrauen – es ist übrigens amüsierend festzustellen, dass die Originalfiguren nun gealtert sind, aus dem Säugling ist ein junger Erwachsener geworden, etc. – setzt die Truppe auf Künstler mit Fähigkeiten, die immer noch genauso faszinierend sind und vernachlässigt es nicht, emblematische Szenen wieder aufleben zu lassen. Eine spezielle Erwähnung gebührt dem ununterbrochenen Walzer der Küsse, bei dem die Liebenden eine Position auf die andere folgen lassen, aber nie den Kontakt unterbrechen, während sie ihren teuren und zarten Sprössling dicht an sich gedrückt halten.  


In der Opéra de Reims am Freitag den 27. und Samstag den 28. November, im Théâtre Équilibre (Fribourg) am Samstag den 6. März 2027, im Théâtre (Montbéliard) am Dienstag den 9. und Mittwoch den 10. März und im Théâtre du Passage (Neuchâtel) am Samstag den 13. März
operadereims.com – equilibre-nuithonie.ch – mascenenationale.eu – theatredupassage.ch

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