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Placebo interpretiert sein erstes Album neu mit Placebo RE:CREATED

© Scarlet Page

Die 30jährige Karriere der alternativen Rockgruppe Placebo explodiert in Placebo RE:CREATED, einer kräftigen Neuauflage des ersten Werkes. 

Im Jahr 1996 bringt ein Trio von Jungen die britischen Charts durcheinander, die damals von der Britpop-Welle dominiert werden. Androgyn, glamourös und schamlos schlagen sie mit ihrer ungeschliffenen und punkigen Seite auf, bedient von einem ikonischen zweideutigen Look und der näselnden und sensiblen Stimme von Brian Molko. Der in Brüssel geborene Sänger und Gitarrist lebt in seiner Kindheit und Jugend zwischen Belgien und Luxemburg, wo er Stefan Olsdal begegnet, einem zukünftigen Bassisten. Begleitet von einem Schlagzeuger – dessen Identität sich im Laufe der Jahre ändern wird, bis heute nur noch Molko und Olsdal bleiben um die Gruppe zu führen – gründen sie Placebo und fliegen ins Vereinigte Königreich um dort ihr gleichnamiges debut album aufzunehmen. Von Titeln wie 36 Degrees oder Nancy Boy getragen, die dabei helfen ihren Ruf aufzubauen, setzen sie auf freche Parolen – im Rückblick stuft der Sänger sie übrigens als eher ungeschickt ein und weit von den Besten entfernt – und eine nervöse Energie… aber etwas fehlt. Drei Jahrzehnte später haben die Mitglieder den Fehler gefunden: Die Energie des Liveauftritts. Nachdem sie auf der Bühne ein Maximum an Erfahrungen gesammelt, an Sicherheit gewonnen und das Beste gesehen haben, was die zeitgenössische Technologie produzieren konnte, entscheidet sich das Duo dazu seine ersten Erregungen zu entstauben. Die Unschuld der Vergangenheit ist immer noch da, verstärkt von der Reife der Gegenwart. 


Der fundamentale Unterschied zwischen den beiden Versionen bleibt, zweifelsohne, die Klangqualität. Während die Originalmelodie erstickt erscheinen konnte, wird sie klarer und einhüllender. Zur Eröffnung präsentiert Come Home selbst ein selbstbewussteres Timbre. Der Stil ändert sich nicht, aber das Resultat scheint wilder zu sein, unterstreicht die epischen Noten des Refrains und die nostalgische Melodie, die ihm vorangeht: „Every sky is blue / But not for me and you […] / Every cloud is gray / With dreams of yesterday“ (Jeder Himmel ist blau / aber nicht für dich und mich […] / alle Wolken sind grau / beladen mit Träumen der Vergangenheit). Genauso verhält es sich mit dem berühmten Nancy Boy, dem Dreh-und Angelpunktder Galaxie Placebo, das sie sich als Reaktion auf die homophoben Beschimpfungen einfallen ließen, unter denen Brian Molko litt. Indem sie einen Text schreiben, der offen über Bisexualität und Ausschweifungen spricht, hat der Sänger einen Hauch erfrischenden Pop hinzugefügt und dabei gleichzeitig aus Beschimpfungen geschöpft, die die Epochen durchziehen. „Eyeholes in a paper bag / Greatest lay I ever had“ (Augenhöhlen in einer Papiertüte/ Das Beste was ich jemals ausprobiert habe) verweist direkt auf Bösartigkeiten wie „Selbst mit verbundenen Augen würde ich dich nicht anfassen.“ Sauber. 


In der Rockhal (Esch-sur-Alzette) am Freitag den 9. Oktober, in der Festhalle Messe (Frankfurt am Main) am Donnerstag den 29. Oktober, im Hallenstadion (Zürich) am Mittwoch den 4. November und in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle (Stuttgart) am Samstag den 21. November
rockhal.lu – festhalle.messefrankfurt.com – hallenstadion.ch – hallenduo.de

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