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La Cenerentola von Rossini in der Opéra de Dijon

Maquette de décor par Modell des Bühnenbildes © Philippine Ordinaire

In Dijon inszeniert Mirabelle Ordinaire La Cenerentola von Rossini, die Aschenputtel, wie Alice, auf die andere Seite des Spiegels versetzt.


Im März 2025 brachte Mirabelle Ordinaire in Dijon Die Perlenfischer von Bizet auf die Bühne, in einem Wirbelsturm der Poesie: Sie ist zurück mit La Cenerentola (1817), einer Neuinterpretation von Cendrillon von Perrault, das einen Widerhall in der heutigen Zeit findet. „Unter dem Anschein einer Komödie stellt Rossini zahlreiche Fragen zur Identität. Sehr oft wissen die Figuren in der Tat nicht mehr wer sie sind. Bin ich wirklich das Bild, das sich die anderen von mir machen? Wie kann ich wissen wer ich bin? Ist das, was mir ein Spiegel zurückwirft der Realität treu? Die Oper ist von „Spielen“ durchzogen – Verkleidungen, Masken, Rollentausch… – bei denen jeder versucht das äußere Erscheinungsbild zur durchdringen. Diese Fragestellungen sind zutiefst aktuell und prägen unsere Gesellschaften“, fasst sie zusammen. Und sie fügt hinzu: „Die Identität ist flüssig, bewegt sich, verdoppelt sich, verbirgt sich und enthüllt sich.“ Gemeinsam mit ihrer Schwester Philippine entworfen, mit der sie gewöhnlich zusammenarbeitet, entführt das Bühnenbild den Zuschauer „auf die andere Seite des Spiegels, wie in Alice von Lewis Caroll, das eine Inspirationsquelle war.“ Auf der Bühne, wo sich ein zerknittertes Schachbrett abzeichnet – gleichzeitig extrem vertraut und zutiefst komisch – das die Wahrnehmungen verwischt, entfaltet sich ein traumhaftes Universum in dem „die Spiegelungen zum Leben erweckt werden. Jeder hier ist von seiner begleitet, ein Tänzer-Akrobat, der seine Innerlichkeit ins Rampenlicht stellen wird“, in einem echten Spiel der Doppelgänger voller Magie. 


Die zentrale Idee von Mirabelle Ordinaire? „Dem Publikum die Geschichte verständlich machen. Ich habe eine literarische Ausbildung [Sie hat insbesondere einen Doktortitel in Theaterwissenschaften von der Columbia University in New York, Anm.d.Red.] und versuche immer von den Worten auszugehen. Und in diesem Libretto gibt es vielerlei Inkohärenzen [lacht].“ Sie schlüpft in diese Lücken hinein um die verschiedenen Figuren zu nähren und sie in einer psychologischen Wahrheit zu verankern, die es erlaubt die Karikatur zu vermeiden, eine der Haupthürden in einem Werk in dem das „bouffo“ (komisch, gar burlesk) – insbesondere verkörpert von Don Magnifico und Dandini – die Überhand über das „serio“ (ernsthaft und nobel) zu gewinnen droht, die vom Prinzen und Aschenputtel verkörpert werden… während alles nur eine Frage eines sensiblen Gleichgewichts ist. Um dieses zu erreichen ist eine Präzisionsarbeit wichtig: „Welche Gesten und Posen machen aus, dass eine der Protagonistinnen eher Dienerin als Prinzessin ist? Oder umgekehrt… Wie bewegt man sich im Raum vor seinem Vater? Vor seinem Geliebten? Die Informationen, die vom Körper ausgestrahlt werden sind essentiell um eine Figur zu verstehen und die Geschichte zu erzählen.“ 


Im Auditorium de l’Opéra de Dijon vom 4. bis 10. November
opera-dijon.fr

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