Goldozean und Medienerzählung mit Persistances von Hassan Darsi
Zurück in Mulhouse präsentiert Hassan Darsi das vielförmige Persistances, rund um urbane Erzählungen und die Macht der Medien.
Für seine erste persönliche Retrospektive in Frankreich nimmt Hassan Darsi erneut die Kunsthalle Mulhouse ein, nachdem er an der Gruppenausstellung Il s’en est fallu de peu, im Jahr 2014 teilgenommen hat. Im Rahmen der Saison Méditerranée 2026 auf dem Programm (bis 31.10., einem nationalen Höhepunkt der die Künste und Kulturen der Mare nostrum feiert), entfaltet sich Persistances parallel im Frac Champagne-Ardenne. Auch wenn der Marokkaner in den beiden Institutionen alte Arbeiten präsentiert, ist er mit Ideen zurück, die eigens auf jeden Ort angepasst sind. Wie gewöhnlich lässt die Adresse in Mulhouse den Besucher in das Universum des Künstlers eintauchen, sobald er den Vorplatz der Fonderie betritt: Ihr Frontgiebel ist so mit riesigen Rechtecken aus glänzenden Aufklebern bedeckt. Die Reaktivierung eines 2007 in Casablanca begonnenen Projekts, Façade dorée II (2026), definiert die Vision (und die Aufmerksamkeit), die dem Gebäude gewidmet wird neu, taucht es in eine surrealistische Atmosphäre ein.
Im Inneren besteht New Babel II (2026) aus einer Reinterpretation eines Werkes, das nach dem Einsturz des World Trade Centers entstanden ist. „Es verweist auf das Abdriften der Menschheit“, beginnt er, bevor er im Detail die Geschichte dieses kleinen Fernsehgeräts präsentiert. „Der Fernseher ist ein Objekt, das ebenso viele gute wie schlechte Zeichen übermitteln kann. Ursprünglich handelt es sich um meinen eigenen Bildschirm, der mit meinem eigenen goldenen [Klebeband] eingewickelt ist, wie um das Bild einzufangen. Hier habe ich eine Nachbildung aus OSB realisiert [Grobspanplatte, Anm.d.Red.]. Zu einem gewissen Zeitpunkt gab es die Idee ihn in transparentem Harz zu reproduzieren, als Echo auf die Stadt und ihre Verbindung mit der Glas-Bearbeitung, aber es ist nicht so gekommen… Ich möchte ihn nichtsdestotrotz weiter deklinieren, zunächst in Sand, dann in Ton.“ Projet en dérive VI (2026), in der Vergangenheit schon mehrmals neu interpretiert, seit seiner Kreation im Jahr 2009, hinterfragt seinerseits eine andere Facette unserer Welt: Jene ihres allmählichen Erlahmens. Eine riesige Wasserfläche, die mit Goldstaub bedeckt ist und sich über zwei Wasserbecken erstreckt: Diese Installation erinnert an „einen goldenen Sumpf und hat gleichzeitig eine faszinierende, bizarre und besorgniserregende Seite“ fügt Hassan Darsi hinzu. Unter den Projekten, an denen er nichts verändert, ist Le Square d’en bas (2017) zu nennen, ein imposantes Modell, das eine ehemalige Fabrik zur Holzverarbeitung in Casablanca reproduziert, die im gleichen Jahr demoliert wurde. „Sie zeigt die Realität zu einem Zeitpunkt X. Alles wurde mit Abgüssen gemacht, aus Gips, Plastik, kleinen geschliffenen Holzstückchen, um die Fensterkreuze zu formen… wiederverwertete Materialien, die an das letzte Industriegebäude der Stadt erinnern.“
In der Kunsthalle (Mulhouse) und im Frac Champagne-Ardenne (Reims) bis 25. Oktober
kunsthallemulhouse.com – frac-champagneardenne.org




