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Conversation(s): Dialog der Werke im Musée Unterlinden in Colmar

Maurizio Cattelan, Mother, 1999 © Maurizio Cattelan / Pinault Collection

Mit Conversation(s), gehen die Sammlungen des Musée Unterlinden (aber nicht nur die…) einen Dialog ein, über alle Epochen und Stile hinweg.

Eine Jungfrau mit acht Augen (1993) von Hervé Di Rosa, unterhält eine starke Verbindung mit ihrer „Vorfahrin“, die 1460 von einem anonymen Meister vom Oberrhein gemalt wurde: Eine identische Farbpalette, Nutzung von Blattgold, die Bezüge zu byzantinischen Ikonen… Unerwartet, verführt die formelle Kontinuität zwischen den beiden, selbst wenn ihre Grundaussage gegensätzlich ist: Weltliche Verfremdung für die Erste und religiöse Verehrung für die Zweite.


Ein schönes Beispiel für das Spiel, das ein transhistorischer Rundgang anbietet, der von Nino Barattini erdacht wurde. Woanders sind Resonanzen oder Konfrontationen am Werk, die manchmal zutiefst lustig sind: So steht Still Life (2010) von Ron Mueck – ein hyperrealistisches gerupftes Geflügel, das in einer Metzgerei hängen könnte – einem Ölgemälde auf Holz gegenüber, das Das Wunder der Brathähnchen (um 1490) von Urbain Hutter darstellt. Alles andere als anekdotisch, hinterfragt diese Gegenüberstellung den Status des Tieres, zwischen von der Agrarindustrie gefoltertem Körper und Vögeln, die dank des Heiligen Jakobus wieder zum Leben erweckt wurden. Das Wunderbare findet man sicherlich nicht auf der Seite der Gegenwart…


Im Musée Unterlinden (Colmar) bis 7. Dezember
musee-unterlinden.com

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