Urban Art Biennale im Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Graffiti und Streetart sind zurück im Herzen der Urban Art Biennale, Veranstaltung, die das Weltkulturerbe Völklinger Hütte erobert und es verändert.
Nach zwei Ausgaben, bei denen sich die Urban Art Biennale zwischen der Stahlhütte und der kleinen Stadt Völklingen entfaltete, konzentriert sie sich erneut auf das spektakuläre Gelände der ehemaligen Stahlfabrik, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Ihr Inneres empfängt rund fünfzig internationale Künstler, sowie zahlreiche Werke, die zum Teil in situ kreiert wurden. Darunter One Beam (2026), ein riesiger Balken, mit geometrischen Formen bedeckt, der in Form einer Skulptur die Vergangenheit des Graffitikünstlers Boris Tellegen vermittelt. Damals unter dem Pseudonym Delta bekannt, platziert der Niederländer im Zentrum der Möllerhalle eine faszinierende Installation in Form eines Reliefs, die in der Leere zu schweben scheint. Ein paar Schritte weiter, empfangen die Hochöfen (der perfekte Ort) einen surrealistischen Dekor: Alter Kleinlaster, Reifenberge, Teddybär, Meer aus Bausteinen oder Reste der Vegetation enthüllen sich vor den Augen der Besucher, scheinen unter einer dicken Ascheschicht zu verschwinden. Das ist aber gar nicht der Fall, die scheinbaren Staubkörner, die die imposante Konstruktion – 25 m2! – bedecken, sind in Wahrheit Pinselstriche. Anhand von Le Silence des départs (2026), erkundet der Franzose Tomas Lacque, das was nach der Abwesenheit weiterhin existiert, macht aus diesen physischen Überresten das Gedächtnis einer Szene, die direkt aus einem Katastrophenfilm zu stammen scheint.


Mit Pangea (2026), einer figurativen Komposition, in der man Silhouetten errät, die ineinander übergehen, verbindet Aris Magnet und buntes Papier direkt an der Wand. Die verträumten Motive seines Universums erinnern an Rauchspiralen… Anspielung (oder nicht?) auf den Anfang der Karriere des Italieners, der unter anderem damit begonnen hat auf Zugwagons zu malen, aber auch auf die Geschichte der Völklinger Hütte, die eng mit der Welt der Eisenbahn verbunden ist – lange Zeit lang war der Zug in der Tat das einzige Transportmittel um zu ihr zu gelangen. Was Solar Echo (2026) angeht, eine gefilmte Performance, die das Tragen eines Blaumanns inszeniert, der mit Stücken von zerbrochenen Spiegeln bedeckt ist, ehrt Baptiste Debombourg, mit Glanz und Poesie, die zehntausenden Arbeiter, die im Laufe der Zeit die Gänge beschritten haben. Man freut sich auch Julien Marmar wiederanzutreffen – Ko-Schöpfer des Albumcovers von Return of the Dream Canteen von den Red Hot Chili Peppers –, dessen strahlende Farbnuancen in Emotional Mechanic (2026) zur Geltung kommen, einer Freske, die einen Mann darstellt, der halb Mensch, halb Maschine ist.
Im Weltkulturerbe Völklinger Hütte (Völklingen) bis 15. November
voelklinger-huette.org
> Die Ausstellung X-RAY wurde bis zum 06.09. verlängert



