Impression : in Meisenthal, verbinden der CIAV und TomaziCabral
Das Centre International d’Art Verrier de Meisenthal tut sich mit dem brasilianischen Designer-Duo TomaziCabral zusammen, für eindrucksvolle Kreationen in Impression.
Hinter dem Namen TomaziCabral verstecken sich Nicole und Sergio. Ihr im Jahr 2019 in Brasilien gegründetes Studio ist ein Ort für Experimente mit begeisternden Hybridisierungen von Materialien, die oft zu einem exzentrischen Resultat führen – im Jahr 2024 haben sie zum Beispiel mit Not all glitters is gold Weizenfasern und Goldstücke bearbeitet, ein Metall, das besonders in ihrem Land präsent ist, um überraschende Deko-Elemente zu entwerfen. Ihre Accessoires gehen so über eine einfache Nutz-Funktion hinaus. Nachdem Sie dem CIAV anlässlich von Saison Brésil-France 2025 begegnet sind (einem kulturellen Höhepunkt, der im Hexagon vom Institut français organisiert wird und der darauf abzielt das 200jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu feiern), entscheiden Sie sich dazu rund um ein Projekt zusammenzuarbeiten, das diametral gegensätzliches Savoir-faire vereint: Das Flechten mit Pflanzen und die Glaskunst. Zwei Traditionen, die ihren jeweiligen Nationen eigen sind – die Zweite gehört außerdem seit Ende 2023 zum immateriellen Kulturerbe der Unecso – die ein Mittel finden um perfekt miteinander zu verschmelzen, am Ende eines Experiments, das… Funken schlägt.
Die Institution in Meisenthal, die gerne an Werken arbeitet, die die Grenzen des Konventionellen überwinden, vertraut also ihren Glasbläsern die Aufgabe an, mit den 27 Körben, die in ebenso vielen brasilianischen Bundesstaaten eingesammelt wurden, eins zu werden. Jeder kommt aus einem der sechs Ökosysteme des Gebiets und ist nach besonderen Techniken zusammengesetzt, ausschließlich aus natürlichen Materialien. Zu zitieren sind die hellen Blätter der Carnaubapalme, die in der Caatinga endemisch ist, einer semiariden Region im Nordosten Brasiliens, die Kokospalmenblätter und Agavenfasern aus Amazonien, aber auch die dunkelbraunen Lianen aus der Mata Atlântica, dem tropischen Regenwald, der die Atlantikküste säumt, die Gold-oder Moorgräser aus den Weiten und zentralen Savannen des Cerrado oder auch das Stroh aus Weizen und Bambus des Pantanaks, einer kleinen Zone mit überschwemmtem Grünland, das im äußersten Westen liegt. Wie ein Zwischenmodell des schlussendlichen Ergebnisses, werden die kleinen Körbe anschließend ins schmelzende Glas getaucht, wo sie verbrennen und sich manchmal sogar entzünden. Die Reliefs und Verknüpfungspunkte der Originalform hinterlassen nichtsdestotrotz ihre Spuren, verleihen Gefäßen mit wunderbaren unterschiedlichen Motiven Leben, zwischen Spiralen, Karos und unzähligen Schleifen.
Im CIAV (Meisenthal) bis zum 1. November
ciav-meisenthal.fr



