Interview mit Florent Devlesaver rund um Correspondances in Luxemburg
In Luxemburg präsentiert Correspondances vier miteinander verbundene Kreationen, die Personen mit Behinderung miteinbeziehen. Fokus auf Comment se tenir au musée von Florent Devlesaver.
Unter den präsentierten Stücken sind Sie der einzige Choreograph, der nicht an der Interpretation teilnimmt…
Ich wollte in der Tat außerhalb stehen und schauen, wie ich meine sechs Künstler in den Vordergrund stellen kann. Es ist wichtig sie als solche zu betrachten und nicht nur als Tänzer, denn die Meisten sind Laien. Sandra Fernandes Fitas, zum Beispiel, macht Theater. Nur Elisa Martinez und Justin Collin sind Profis. Ich habe übrigens schon in der Vergangenheit mit ihnen zusammengearbeitet. Justin war mein erster Lehrer für zeitgenössischen Tanz, er ist es auch, der mir beigebracht hat meinen Körper in einem Rollstuhl für mich zu gewinnen.
Woher stammt diese Idee ihre Aktion in ein Museum zu versetzen?
Das ist ziemlich lustig, denn als man mir von dem Projekt erzählt hat, hatte ich nichts außer die Tatsache dort gewesen zu sein. Diese Situation, dass man nicht man selbst sein kann, dass es soziale Regeln gibt, selbst wenn man den Grund dafür nicht ganz versteht, diese Regeln, keinen Krach zu machen, nicht zu rennen, nicht zu stören… Daran zu arbeiten hat mit gefallen. Diese Lust darauf zu hinterfragen seine Ruhe zu haben, dieses Paradox zwischen allein sein und eine Art und Weise zu finden, die Dinge zu teilen. Die Interpreten haben keine spezifische Rolle, obwohl man in einem Moment, einen ganz klar als Wärter oder Mitglied des Personals wahrnehmen kann. Ich wollte nicht binär sein, noch mich mit zu vielen Elementen auf der Bühne wiederfinden. Wir haben uns also dazu entschieden keine wirklich existierenden Kunstwerke zu reproduzieren. Alles ist auf das Einfachste beschränkt.
In welcher Umgebung bewegt sich ihre Gruppe?
Zwei große Dreiecke mit blau-weißen Kanten bedecken einen großen Teil der Bühne – in meinem Kopf sind es einfache Formen, aber einige Personen sehen darin den Davidstern [lacht]. Die Interpretation bleibt frei, aber ich habe keinerlei Lust dazu irgendetwas zu repräsentieren. Am Anfang achten sie nicht auf diese Linien, wie im Angesicht einer verankerten Regel. Sie folgen ihnen nicht, aber nach und nach werden sie sich ihnen anpassen müssen um ihren Frieden zu haben… und schließlich, wird nichts mehr geschaffen, wenn man dazu gezwungen wird, der Norm treu zu bleiben.
Comment se tenir au musée geht einen Dialog mit den anderen Aufführungen ein. Wie drückt sich diese Beziehung aus?
Zum heutigen Zeitpunkt [das Gespräch wurde am 5. Mai geführt, Anm.d.Red.] sind wir uns noch nicht alle begegnet um darüber zu sprechen. Damiano Picci, der Komponist, der für die vier Projekte engagiert wurde, hat sich jedoch musikalische Aufhänger ausgedacht, die sich auf die Stücke niederschlagen. Das kann sich vielleicht noch ändern. In unserem Fall arbeiten wir mit Geräuschen, die sich auf die Zeit beziehen, wie dem Ticken einer Uhr, aber auch super unangenehmen Frequenzen, selbst für das Publikum, wie Verzerrungen am Klavier…
Im Grand Théâtre (Luxemburg) am Freitag den 12. und Samstag den 13. Juni
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