Roads Vol. 3, Elektroalbum von Thylacine
Eine hypnotisierende Reise durch Namibia, zwischen Ambient und traditionellen Rhythmen: Das ist das Versprechen von Thylacine in Roads Vol. 3.
Im dritten Kapitel der Saga Roads, die er im Jahr 2019 bei einer Reise durch Argentinien begannt, um sie dann im folgenden Jahr auf den Färöer Inseln zu verlängern, setzt der Musiker Thylacine – mit echtem Namen William Rezé – seine Erkundung eines Ziels fort, das ihm gänzlich unbekannt ist. Namibia, das zu den am wenigsten bewohnten Ländern der Welt gehört, empfängt das Umherreisen seines treuen Wohnwagens Airstream, der in ein mobiles Aufnahmestudio verwandelt wurde. Computer, Klavier, Synthesizer oder Duduk – eine typische Oboe der armenischen Musik, deren verträumte Melodien an atemberaubende Wüstenlandschaften erinnern – treffen so auf Geräusche aus der wilden Natur und jene der autochthonen Völker, für eine unerwartete und betörende Mischung. Das Anhören jedes einzelnen Stücks wird übrigens von einer seltsamen bittersüßen Verwirrung begleitet, denn nachdem es uns auf eine wahre Klangreise mitgenommen hat, hört es plötzlich auf, als wolle es uns aus einem (fast) zu schönem Traum wecken und in die Realität zurückholen.
Das Abenteuer beginnt mit Discussion with a giant, das eine orchestrale und kinematographische Stimmung zeichnet, in der Cello, Trommel, Geige und Saxophon sich zusammentun. Majestätisch? Das ist sicher; ebenso wie die berühmten Kolosse, von denen er sich inspirieren lässt: die Elefanten. Der Dickhäuter ist nicht das einzige Tier, das im Zentrum dieses Albums steht. Schreie von Nachtvögeln, Gekläff von Schakalen, Muhen von Büffeln und Antilopen… Sie erfüllen Goodnight und gehen einen Dialog mit den Parolen indigener Clans, Klaviernoten und Elektromusik ein, enthüllen ein Gefühl der Dringlichkeit, der mit Gefahr gemischten Schönheit, der Freiheit und der Entzückung. Mit Dokido („Tanz“ im Deutschen), lädt Thylacine den Himba-Stamm dazu ein seine Kultur in einer kommunikativen Freude und Brüderlichkeit zu teilen. Was das melancholische Shark Island angeht, ist es das erste Mal, dass der Künstler Texte schreibt um eine oft unbekannte Seite der Geschichte zu erzählen: Den Genozid der Herero und Nama durch die Deutschen Anfang des 20. Jahrhunderts, die in gleichnamigen Konzentrationslagern zusammengepfercht waren. Mithilfe von Erzählungen ihrer Nachkommen und des Chors Luderitz Rogate Koor – in Namibia verstärkt der traditionelle Chor eine zeremonielle und berührende Atmosphäre – reaktiviert der Künstler die Erinnerung und die Vergangenheit eines Ortes, der heute in einen Campingplatz verwandelt wurde: „Waves will crash, on the forgotten island / From the shore, nothing tells, where the voices come from / Different camp, buried crimes, remembering“ („Die Wellen werden auf der vergessenen Insel aufschlagen / Vom Ufer aus erlaubt nichts zu wissen woher diese Stimmen kommen / Ein anderes Lager, begrabene Morde, sich erinnern“).
In der Rockhal (Luxemburg) am Donnerstag den 29. Januar, in La Vapeur (Dijon) am Freitag den 6. Februar, in L’Autre Canal (Nancy) am Samstag den 7. Februar und in der Cartonnerie (Reims) am Samstag den 28. Februar
rockhal.lu – lavapeur.com – lautrecanalnancy.fr – cartonnerie.fr

