Monets Küste… im Städel Museum in Frankfurt
Monets Küste lädt den Besucher ein zur Entdeckung von Étretat, auf den Spuren des Papstes des Impressionismus und vieler anderer, von Courbet bis Delacroix.
Einige Orte sind dank Künstlern, die sich dort niederließen, in die Geschichte eingegangen. Mit Barbizon oder Pont-Aven, ist Étretat einer der Berühmtesten. Seine Kreidefelsen, die dem Meer milchige Woge verleihen – denen dieser Teil der Küste der Normandie den Spitznamen „Alabasterküste“ verdankt – haben die Maler des 19. Jahrhunderts fasziniert, die unaufhörlich diesen „Felsen mit einer bizarren Form [repräsentierten], abgerundet und mit einem Loch, der ungefähr das Aussehen eines riesigen Elefanten hatte, der seinen Rüssel in die Fluten taucht“, wie es Maupassant beschrieb. Mit rund 170 Ölgemälden, Zeichnungen, Photographien und anderen Dokumenten, zeigt diese Ausstellung wie ein kleines Fischerdorf, das um 1850 zu einem beliebten Seebad wurde – wovon das charmante Seebad in Étretat von Eugène Le Poittevin (1866) zeugt – sich in einen ikonischen Raum des Impressionismus verwandelt hat (aber nicht nur das…). Nach einem immersiven und ergreifenden Eintauchen, das uns buchstäblich vor Ort versetzt, beginnt ein Rundgang in dem sich ein gänzlich Gustave Courbet und seinen „Meereslandschaften“, wie er sie nannte, gewidmeter Raum hervorhebt. Ein im Jahr 1869 beobachteter Sturm ist der Ausgangspunkt für eine Reihe von Wogen, die mit dem Akademismus brechen, in denen er die Kraft der Wellen wie kein anderer vor ihm einfängt, wütende Meereswellen, die sich in engen Bildausschnitten brechen und die die überragende Kraft der Natur unterstreichen.




Der Kern der Ausstellung bleibt die Faszination die von Étretat auf Monet ausgeübt wird (von dem nicht weniger als 24 Werke aufgehängt sind), der den Ort 1868 entdeckt. Er kehrt jedes Jahr von 1883 bis 1886 dorthin zurück, malt Serien, die es erlauben die unendlichen Variationen des Lichts einzufangen, das in zarten, sich bewegenden Lichtreflexen mit der Wasseroberfläche spielt und dabei auch die farblichen Metamorphosen der Kreidefelsen je nach Tageszeit und Wetter erkundet. Der Virtuose gibt die Nuancen – bläulich, schmutzigrosa, leicht gräulich, manchmal grün – mit einer unvergleichlichen Feinheit wieder. Das taten auch Eugène Boudin, Felix Vallotton (mit Der 14. Juli in Étretat, 1899), Émile Schuffenecker und seine sich auflösenden Formen, Jean Francis Auburtin, der sich von japanischen Holzschnitten inspirieren lässt, Henri Matisse, etc. Aber keinem ist es gelungen, sich dem Mysterium dieser prächtigen Landschaften mit ebenso viel Anmut anzunähern… was uns an ihre Brüchigkeit erinnert und die Bedrohung, die ein todbringender Massentourismus für sie bedeutet.
Im Städel Museum (Frankfurt am Main) bis 5. Juli
staedelmuseum.de



