Fokus auf die phantastischen Pfingstfestspiele in Baden-Baden
Mit dem SWR Symphonieorchester strahlen die Pfingstfestspiele Baden-Baden in vollem Glanz, insbesondere mit einer Konzertversion des Rosenkavaliers, die in die Geschichtsbücher eingehen wird.
„Ihre Musik bereitet mir eine riesige Freude. Sie erinnert an eine Girlande aus zarten Blumen, mit wunderbaren natürlichen Übergängen“: Diese Worte, die Anfang 1911 von Hugo von Hofmannsthal geschrieben wurden, der das Libretto des Rosenkavaliers geschrieben hatte, beschreiben die Partitur von Richard Strauss auf treffende Weise. Diese Liebesgeschichte voller überraschender Wendungen, die manchmal an einige Stücke von Mozart denken lässt, ist nicht nur ein leichter Walzer, denn sie spiegelt auch ihre Epoche wider. Während die Handlung in Wien im 18. Jahrhundert stattfindet, verweist sie in der Tat vor allem auf die fröhliche Apokalypse vor 1914, hinterfragt ihre Existenz und ihren vergänglichen Charakter im Angesicht des unausweichlichen Abschwungs: Dieses scharfe Bewusstsein für das kommende Verwelken ist von ähnlicher Essenz wie jenes, das das Werk von Schnitzler durchzieht. In konzertanter Version präsentiert (17. & 24.05.), wird dieses Meisterwerk von einem der straussischsten Ensembles Europas, dem SWR Symphonieorchester – dirigiert von seinem Künstlerischen Leiter François-Xavier Roth – und einer Traumbesetzung bis hin zu den kleinsten Rollen dargeboten: So wird der italienische Sänger (eine sehr nebensächliche Rolle, ohne Einfluss auf die Handlung, aber äußerst virtuos, raffiniert und brillant bis ins Extreme) vom Superstar-Tenor Jonathan Tetelman verkörpert! Nicht zu vergessen sind auch Julia Kleiter, die heute zweifellos zu den herausragendsten Interpretinnen der Feldmarschallin zählt (eine Rolle, in der sie in der Spielzeit 2022/23 in Brüssel ihr Debüt gab und anschließend an den größten Häusern triumphierte), sowie Emily D’Angelo, eine der vielversprechendsten Nachwuchstimmen, die die Rolle des Octavian interpretiert.
Ansonsten ist das in Stuttgart ansässige Orchester zu Gast, um das Publikum auf eine Reise Von Versailles nach Wien (23.05.) mitzunehmen. Hier treffen Lully (mit einer Suite aus Le Bourgeois gentilhomme), Mozart mit seinem 27. Klavierkonzert (mit Kristian Bezuidenhout) – ein Werk aus der Spätphase seines Autors, in dem er an die ungezügelte und naive Lebensfreude seiner Kindheit anzuknüpfen scheint – sowie Haydns Sinfonie Nr. 101 Die Uhr, deren zweiter Satz auf einem Ticken basiert, aufeinander. Unser Favorit? Ein intimes Konzert mit dem Titel J’ai respiré un doux parfum (21.05., Kurhaus), gegeben von Mitgliedern des SWR, die die Sopranistin Daniela Köhler bei den Rückert-Liedern von Mahler begleiten. Voller romantischer Anklänge verbinden sie sich mit kammermusikalischen Werken von scharfem Expressionismus aus der Feder von Rudi Stephan, einem vergessenen Genie, das 1915 im Krieg gefallen ist.
Im Festspielhaus (Baden-Baden) vom 17. bis 24. Mai
festspielhaus.de
GEWINNSPIEL
Zu Gewinnen: 2×2 Plätze für Von Versailles nach Wien – Lully, Mozart & Haydn (23.05.). Spielen Sie unter Instagram oder Facebook





