Eintauchen in das Universum von F’murrr im Musée Tomi Ungerer de Strasbourg
Mit Hier spricht dein Echo-Cho-Cho entfaltet sich Der Spirit von F’Murrr mit Anmerkungen von Camille Potte. Die Gelegenheit ins Herz eines poetisch-absurden Universums einer der Größen der 9. Kunst einzutauchen.
Indem sie den Titel eines Albums von 1981 aus der Reihe Alpträume übernimmt, der Kult-Saga von Richard Peyzaret (1946-2018), besser bekannt unter seinem Namen F’murrr, erinnert diese Ausstellung an ein Spiel mit Echos: „Sie lässt, zum Beispiel, seine Arbeit als Illustrator mit seinem Werk als Comiczeichner in einen Dialog treten. Wir haben Camille Potte auch darum gebeten, den Rundgang mit Tapeten oder graphischen Anmerkungen an den Wänden zu versehen, die sich zwischen der Objektbeschriftung und der Randskizze bewegen“, fasst Anne Sailer, die Kuratorin der Ausstellung und Leiterin des Musée Tomi Ungerer, zusammen. In der Tat ist die junge Autorin eine Erbin des Zeichners, mit dem Gütesiegel Pilote, der sie „von klein auf“ begleitet und dessen wohlwollender Schatten über Ballades (Atrabile, 2024) schwebt. Dieser begeisternde Dialog stellt die Aktualität von F’murrr in den Vordergrund, von dem die Straßburger Institution einen Teil seines Nachlasses als Schenkung erhalten hat, was es nach dem Tode des Künstlers ermöglichte mit Originalzeichnungen die Erbschaftssteuern zu zahlen.



![F’murrr (Richard Peyzaret, dit, Paris 1946- 2018), « Le duel judiciaire de Renart et d'Ysengrin à Bulan » [1992]. Musée Tomi Ungerer – Centre international de l’Illustration, dépôt de la Bibliothèque nationale de France © Succession F’murrr. Photo : Musées de la Ville de Strasbourg](https://www.poly.fr/wp-content/uploads/cache/2026/03/fmurrrle-duel-judiciaire-de-renart-et-dysengrin-a-bulan-sd-succession-fmurrr-photo-musees-de-la-ville-de-strasbourg-5/3844711404.jpg)
![F’murrr (Richard Peyzaret, dit, Paris 1946- 2018), « Vieil adepte Européen de la politique du Parapluie Américain... » dessin de presse [1988]. Musée Tomi Ungerer – Centre international de l’Illustration, dépôt de la Bibliothèque nationale de France © Succession F’murrr. Photo : Musées de la Ville de Strasbourg](https://www.poly.fr/wp-content/uploads/cache/2026/03/fmurrrvieil-adepte-europeen-de-la-politique-du-parapluie-americain-vers-1988-succession-fmurrr-photo-musees-de-la-ville-de-strasbourg-7-scaled/4096798145.jpg)

![F’murrr (Richard Peyzaret, dit, Paris 1946- 2018), planche originale n° 62 de l’album Le char de l’État dérape sur le sentier de la guerre (Casterman, 1987) [1986]. Musée Tomi Ungerer – Centre international de l’Illustration, dépôt de la Bibliothèque nationale de France © Succession F’murrr & éditions 2024/2042](https://www.poly.fr/wp-content/uploads/cache/2026/03/naphtalene-interieur-p47-nb-scaled/2346916251.jpg)
Man entdeckt seine Anfänge in einem ersten Saal: Hier treffen sarkastische und zynische Schafe auf einen phlegmatischen Schäfer, einen schwarzen Widder namens Romuald, der patriarchalisch und tyrannisch ist oder auch auf einen lustigen Hund. Dieser ganze kleine Kosmos tollt auf einer Sommerweide herum, auf der Absurdität auf echte philosophische Überlegungen trifft, wovon Einstein und Rostand zeugen, zwei Wollknäule, die sich für die Relativitätstheorie interessieren. „Ich liebe das Absurde und Verrückte. Je weniger offensichtlich die Bedeutung ist, umso zufriedener bin ich“, gab F’murrr an. Etwas weiter bleibt man bewundernd vor anderen Epen in Buchform stehen (wie der schelmischen Erzählung von Jehanne d’Arque oder politischen Werken wie Le Char de l’État dérape sur le sentier de la guerre („Der Staat gerät auf dem Weg in den Krieg ins Straucheln“) und seiner breitgefächerten Arbeit als Illustrator, insbesondere für die Fête de la Transhumance in Die, zwischen 1992 und 2002. Und schließlich bleibt der Besucher verblüfft stehen im Angesicht von Zeichnungen von Deux Mille Meuf („Zweitausend Frauen“, im Jahr 2009 realisiert und zehn Jahre später, nach seinem Tod bei Dargaud erschienen), Beobachtungszeichnungen in Kleinformat aus den Straßen von Paris, die hunderte Frauen zeigen: Hier beweist sich der emphatische Zeichenstrich eines Künstlers, der das Portrait einer Epoche skizziert, von tranigen Jugendlichen in Kapuzenpullovern und XXL-Hosen bis zu Glam Girls in Röckchen und Stiefeln, ohne eine angeheiterte Touristin zu vergessen, die ein bisschen verloren zu sein scheint… Ganz große Kunst!
Im Musée Tomi Ungerer – Centre international de l’Illustration (Straßburg) bis 30. August
musees.strasbourg.eu
