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Der Psyché-Rock von Altın Gün ist zurück mit Garip

© Sanja Marusic

Die Niederländer von Altin Gün sind mit Garip zurück, einem 6. Werk, das Psychedelic Rock und traditionelle türkische Musik mischt… aber mit stürmischen Höhenflügen. 

Sie hatten uns im Jahr 2021 mit Yol begeistert, einem Album, das Synthesizer und Drumcomputer zur ihrem so besonderen Folklore-Universum hinzufügte. Damals waren sie aber zu sechst. Seit 2024 hat der Leadsänger Merve Daşdemir eine Solokarriere begonnen, lässt seine Kameraden ein neues Gleichgewicht finden, die ihren Gesang nun dem Musiker Erdinç Ecevit anvertrauen. Eine Erneuerung, die Altin Gün neue Perspektiven geöffnet hat, denn die Gruppe hat darin die Gelegenheit gesehen, das Repertoire von Neşet Ertaş neu zu interpretieren, einer türkischen Künstler-Figur, die 2012 verstarb und aus derselben Region stammt, wie der neue Sänger. Um ihn zu ehren hat das Quintett zehn Stücke ausgewählt, die ursprünglich vom Baglama getragen werden, einer orientalischen Laute, die das Lieblingsinstrument des Komponisten ist. Zu Texten die von Liebe sprechen, gesellen sich so Space-Rock-Stimmungen mit Jazznoten– Gönül Daği („Berg des Herzens“), Suçum Nedir („Was habe ich verbrochen?“) – mit manchmal poppigeren Anklängen – Öldürme Beni („Töte mich nicht“). Während die ersten beiden Titel, von Geigenklängen unterstützt werden und an die Sanftheit ihrer ersten Hits erinnern, verändern sie ihre Atmosphäre, betonen einen sinnlichen Rhythmus, in dem sich Bässe, Schlagzeug, Schlaginstrumente, Saz und Widerhall mischen. 


Die ursprünglichen Klagen wirken somit deutlich reichhaltiger und rhythmischer, geprägt von einem Elektro-Touch wie aus den Achtzigerjahren, der sie völlig neu interpretiert. Benim Yarim („Meine bessere Hälfte“) entfernt sich seinerseits noch weiter von der ursprünglichen Form und präsentiert einen 100% instrumentalen Track, der von langgezogenen, extrem schwebenden Klängen geprägt ist, die im Kontrast zu rockigen Gitarrenriffs stehen. Der in den Texten beschriebene Liebeswahnsinn spiegelt sich jedoch deutlich im rasanten Rhythmus der Melodie wider und entführt uns mit verblüffender Leichtigkeit auf diese emotionale Achterbahnfahrt. Die Widerhall-Effekte tauchen auch in Gel Kaçma Gel („Komm, lauf nicht weg, komm“) wieder auf und verleihen dem Lied eine Atmosphäre à la Wicked Game von Chris Isaak … so melancholisch und doch so schön! Letztendlich bleiben, obwohl Altin Gün eine 180-Grad-Wende vollzieht, einige Elemente und Merkmale über die verschiedenen Versionen hinweg erkennbar. Dies gilt beispielsweise für Gel Yanıma Gel („Komm zu mir“), wo die – von Grund auf überarbeiteten – Soli die Strophen untermalen, aber auch für Zülüf Dökülmüş Yüze („Eine Strähne, die ins Gesicht fällt“), das durch Streicher, Blechbläser und andere westliche Instrumente ausführlich eingeleitet wird.


In La Laiterie (Straßburg)am Dienstag den 12. Mai, im Fri-Son (Fribourg) am Mittwoch den 13. Mai, im Südpol (Kriens) am Donnerstag den 14. Mai und im Metropolink’s Commissary (Heidelberg) am Sonntag den 12. Juli
artefact.orgfri-son.chsudpol.chmetropolink.art

Erschienen bei Glitterbeat
glitterbeat.com

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