Silver Egg, oder die Beziehung zur Welt im Herzen des ZKM
Mit Silver Egg, erkundet das ZKM Die Sinnlichkeit der Medienkunst und zeigt, den Stellenwert einer altüberlieferten Kraft in der zeitgenössischen Welt.
In der griechischen Mythologie „erinnert Eros mit dem glänzenden Rücken zweier Flügel, den vom Wind gewirbelten Wirbeln“, schreibt Aristophanes in Die Vögel – in dem er in einer phantastischen Episode erzählt, wie er auf die Welt kam – er wird aus einem silbernen Ei inmitten der kosmischen Winde geboren. Diese Geschichte hat einer Ausstellung ihren Namen verliehen, die rund fünfzig Werke versammelt, welche den Platz einer Stärke illustriert, die, in der Ära der Technologie, nicht nur die Liebe verkörpert, sondern auch einen Motor des Lebens und der Erneuerung darstellt. „Die zentrale Frage, stellt sich um das was heute die Künstler und das Publikum dazu motiviert eine sinnliche Beziehung zur Welt aufzubauen und diese aktiv zu gestalten“, fasst die Kuratorin Anett Holzheid zusammen. Photographie, Film, Keramik, Textil, Klang-oder Videoinstallation, hybride Skulptur, kinetische Werke, Sensorik und Robotik, Malerei, etc.: Anhand einer unglaublichen Vielfalt an Medien entwickelt sich eine multifokale Überlebung zu einem Lebensprinzip. So ist Moving Picture (946-3) Kyoto Version (2019-24), ein Film, der auf einem riesigen Bildschirm ausgestrahlt wird, realisiert von Corinna Belz, der Höhepunkt des Projekts Strip, in dem Gerhard Richter die Produktionsweisen seiner Leinwände mit dem Maßstab der Musik hinterfragt – mit einer Partitur von Rebecca Saunders – und animierten Bildern, in einem Modus Operandi, der die Malerei mit Kraft wiederbelebt. Es ist als würde sie ein zweites Mal auf die Welt kommen…
An anderer Stelle befasst sich das Video von Jessica Segall (un)common intimacy (2018) – eine erstaunliche Begegnung zwischen den Spezies, in der die Bildhauerin ein Wasserballett mit Tiger oder Alligator bietet – mit unseren möglichen Beziehungen mit dem wilden Leben, während Coral Sonic Resilience (2025) von Marco Barotti examiniert, wie Unterwasser-Klangskulpturen, die die akustischen Landschaften von gesunden Korallenriffen aufnehmen, die Genesung ihrer angegriffenen Artgenossen begünstigen können. Zwischen ästhetischem Experiment und wissenschaftlicher Initiative geht es darum Meeresorganismen anzuziehen um Räume wieder zu bevölkern, aus denen das Leben verschwunden ist, um ihnen wieder Leben einzuhauchen. Der Besucher bleibt ebenfalls verblüfft von E.E.G. Kiss, das seit 2014 von Karen Lancel und Hermen Maat präsentiert wird: Mit einem EEG-Helm ausgestattet – der es erlaubt die elektronische Aktivität des Gehirns zu messen – küssen sich zwei Personen. Die Gehirnströme werden in Bilder und Klänge übersetzt, was ein breites Feld von Fragen eröffnet: Was ist im digitalen Zeitalter aus Intimität und Sinnlichkeit geworden? Kann sich ein „French Kiss“ in Daten verwandeln? Ist die Verbindung zwischen menschlichen Wesen anders mit der Technologie?
Im ZKM (Karlsruhe) vom 4. Juli bis 21. Februar 2027
zkm.de




