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Fokus auf die 40. Ausgabe von Musica in Straßburg

Michael Gallen, The Curing Line © Courtesy of Maria Lax

Als internationale Plattform für zeitgenössische Kreation bietet Musica für seine 44. Ausgabe eine kühne Odyssee an, die von Georges Aperghis bis zu den radikalsten Experimenten geht.

Seit er die Zügel von Musica im Jahr 2019 übernommen hat, ist Stéphane Roth seinem Kredo treu geblieben: Das Feld der Klang-Kreation zu erweitern und einen genreübergreifenden Austausch zu ermöglichen, indem die möglichen Durchlässigkeiten zwischen den Gattungen erkundet werden. Das Resultat ähnelt einem Kaleidoskop: Die „zeitgenössischen Klassiker“ werden darin natürlich nicht vergessen, mit, zum Beispiel, einem Tag, der Georges Aperghis zu seinem 80. Geburtstag gewidmet wird (30.09.). Es ist insbesondere möglich hier das geniale Tell Tales zu entdecken, in dem die sechs Stimmen des EXAUDI Vocal Ensemble mit der Altstimme von Tabea Zimmermann einen Dialog eingehen, in einem begeisternden Labyrinth. Heiner Goebbels ist auch mit von der Partie, mit Walden (02.10., Cité de la Musique et de la Danse), einer Reihe von Klanglandschaften, die vom gleichnamigen Buch von Thoreau inspiriert sind. In diesen neun „Umgebungen“ bietet der Komponist eine subtile Überlegung zu unserer Art und Weise an, die Welt zu bewohnen, zwischen ambient-Ausflügen in die Natur und aufregenden Schlaginstrumenten, die an die Großstadt erinnern.


Man trifft ebenfalls auf ikonische Formationen, wie die Amerikaner von Roomful of Teeth – die die Grenzen der Stimme überwinden – an zwei Abenden. Der Erste ist Gabriel Kahane (18.09., Maillon) gewidmet und seinem Universum am Rande von Pop und Politik, wärend die Zweite zwei Uraufführungen vereint – Rumors of War von Alyssa Regent und Gourmandise von Florent Ghys – und die Partita for 8 voices von Caroline Shaw, bei der der barocke Rahmen durch das Auftauchen der Zeitgenössigkeit durchbrochen wird (20.09., Cité de la Musique et de la Danse). Von der Noise-Radikalität von Sonic Temple vol. 8 (24.09., Église Saint-Paul) – zwischen tellurischen Klängen und schwebender Elektromusik – bis zur Erkundung der lebendigen Erinnerung an eine Gegenkultur für Punk in Elsass (01.-04.10., ebenfalls in Mulhouse), ist das Spektrum breit und die Entdeckungen sind vielzählig! So freut man sich ins Herz von Mors Osculi von Alyssa Regent (19.09., Salle de la Bourse) einzutauchen, eine Dramaturgie der Intimität, auf Basis des Werkes von Louise Labé oder des sehr aktuellen Devenir|s Mutant·es (19. & 20.09., TnS Espace Grüber), vom Komponisten Sasha J. Blondeau und der Autorin Adila Bennedjaï-Zou. Und schließlich ist es unmöglich nicht einen Fokus auf die irländische Kreation zu erwähnen (25.-27.09.). Hier treffen Stitch ’n’ Bitch in einer experimentellen Club- bing-Nacht (25.09., Karmen Camina), Land of Winter von Donnacha Dennehy und seine granitartigen Klangmassen (27.09., Salle de la Bourse) oder auch The Curing Line (26. & 27.09., Cité de la Musique et de la Danse) aufeinander. In dieser Oper bewirkt Michael Gallen einen großen Synkretismus – zwischen Lyrik und Pop, traditionellen Instrumenten und industriellen Texturen, etc. – für eine Variation rund um Pflege und Heilung: Auch wenn der Ausgangspunkt im nordirländischen Konflikt liegt, sind die Resonanzen ihrerseits universell.


An verschiedenen Orten in Straßburg vom 18. September bis 4. Oktober
festivalmusica.fr

> Dem jungen Publikum gewidmet, installiert sich Mini Musica im Herbst in Colmar in Zusammenarbeit mit der Comédie de Colmar (01.-04.10.)
comedie-colmar.com

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