Das Vitra Design Museum und Transform! Designing the Future of Energy

Ed Kashi, Petroleum Pipeline, Okrika Town, Nigeria, 2006 © Ed Kashi/VII/Redux 2

Das Vitra Design Museum bietet eine Perspektive auf die möglichen Zukünfte der menschlichen Aktivitäten mit Transform! Designing the Future of Energy.

Das Paradigma einer Hyper-Ausbeutung fossiler Ressourcen, auf die unsere Gesellschaften aufgebaut sind, ist in die Jahre gekommen. Aber der politische Mut stimmt nicht immer mit den kollektiven Bedürfnissen überein. Davon zeugen Photos, die unsere Widersprüche enthüllen: Ein einwandfreies Green inmitten der kalifornischen Wüste vor einem Windpark, so weit das Auge reicht (Mitch Epstein, 2007), die Metallhügel in Baku, die die Natur zerstören und eine „petroleumlandscape“ bilden, die 2006 von Edward Burtynsky verewigt wurde oder auch der Wettlauf um das schwarze Gold mit Pipelines, die den Boden von Okrika Town in Nigeria durchziehen (Ed Kashi, 2008). Als konkrete Erinnerung an unseren täglichen Gebrauch erlauben es drei Fahrräder vor einem Bildschirm zu strampeln, der die erzeugte Energie anzeigt. Thomas Rustemeyer und das Tweaklab Basel laden uns dazu ein, fast eine Minute lang für eine Google-Suchanfrage zu schwitzen. Schnell erscheinen eine Tasse heißes Wasser oder fünf Minuten Streaming jenseits der Vernunft zu sein, wenn eine einzige Minute einer heißen Dusche die Leistung eines Rennfahrers erfordert! Die unwiderruflichen Klimaschäden bringen die Kreativen dazu, neue Wege zu suchen, um eine Wandlung dieses Modells zu beginnen.

Wenn die Zukunft in der Entschleunigung und schonendem Energieverbrauch liegt, ist low tech vielversprechend. Ein T-Shirt, das Sonnenenergie gewinnt oder ein Grill der mit ihren Strahlen arbeitet, Lampen mit integrierten Mini-Windrädern, jeder versucht einfallsreich zu sein und aus ökologischen Gründen und im Sinne einer autonomen Utopie auf Batterien zu verzichten. Mit ihrem Projekt Solaris träumt die Europäische Weltraumorganisation davon die Energie unseres Sterns, direkt im Weltall, permanent einzufangen. Bis dahin verspricht die dritte Generation von Solarpanelen schon einige Heldentaten. Der Architekt Werner Sobek hat so in sechs Monaten das neue Viertel P18 in Bad Cannstatt errichtet. Total energie-autark hat es auch 75% weniger Material benötigt. Als Galionsfigur der jungen Generation fügt Marjan van Aubel ihrerseits lichtempfindliche Dispositive in Möbel, Fenster und Alltagsobjekte ein. Ihr Geistesblitz besteht aus der Nutzung von kolorierten Solarzellen oder organischer Photovoltaik, die wie die Photosynthese der Pflanzen funktioniert, indem sie Licht in Energie umwandelt. Sunne, ist eine wunderbare Lampe, die das Tageslicht einfängt, das sie speichert, um nachts, an einem Fenster hängend, zu funktionieren. Diese autonome gebogene Form voller Rundungen strahlt Sanftheit und Schönheit aus. Ra ähnelt noch mehr einem Kunstwerk. Vom Gott der ägyptischen Mythologie inspiriert, nimmt diese Kreation die Form eines Glasfensters mit lebendigen Farben an: Leuchtioden-Blättchen von weniger als einem Millimeter Höhe speichern die Energie der Strahlen ein, wechseln die Farbe je nach Sonnenstand, bevor sie auf Abruf leuchten und zu einem abstrakten Gemälde werden. Der Beweis, dass die Schönheit die Zukunft des Guten sein kann.


Im Vitra Design Museum (Weil am Rhein) bis 1. September

design-museum.de

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