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Die deutsch-französische Vergangenheit mit Trésors d’archives in Montbéliard

Le mariage entre Jérôme Bonaparte et Catherine de Wurtemberg 9 septembre 1806, Paris. Stuttgart, Hauptstaatsarchiv

Zwischen Konflikten, Austausch und Kooperation, blickt Kostbare Schätze aus 750 Jahren deutsch-französischer Begegnungen auf acht Jahrhunderte einer Beziehung voller überraschender Wendungen zurück.

Auf Initiative des Landesarchivs Baden-Württemberg, des französischen Generalkonsulats und des Landesmuseums in Stuttgart anlässlich des 75jährigen Jubiläums des Institut Français in der baden-württembergischen Hauptstadt, kommt diese Ausstellung nun nach Frankreich, nachdem sie in Deutschland gezeigt wurde und erneuert sich zu dieser Gelegenheit. Mit einem neuen Titel wird die aktualisierte Version mit historischen Stücken aus den städtischen Archiven von Montbéliard bereichert, die zum Teil noch nie gezeigt wurden. Der Rundgang artikuliert sich rund um die herausragendsten Aspekte, die die schwäbische Metropole und die Cité des Princes von 1274 bis heute verbinden.


Zur Einführung präsentiert Dynastie den zentralen Platz der regierenden deutschen Familie im Spiel der Hochzeits-Allianzen. Die Hochzeiten verbinden ebenso die Eheleute wie die Regionen, eine gemeinsame Geschichte entsteht im Laufe der Verbindungen. Perfekt konserviert, illustrieren die Verträge, die die Partnerschaft zwischen dem Herzogtum Württemberg und jenem von Montbéliard oder auch dem Hause Bonaparte festhalten (Die Hochzeit zwischen Jérôme Bonaparte und Catherine von Württemberg, am 9. September 1806) einen Einfluss der Aristokratie, der weit über die Französische Revolution hinausgeht. Religion behandelt anschließend die lokalen spirituellen Besonderheiten, insbesondere die politische Seite des Protestantismus. Das lutherische Württemberg gewährt den Hugenotten und Waldensern, die ab den 1700er Jahren reformiert waren, das Asylrecht. Das Herzogtum, das für einen aufgeklärten Pietismus steht, verweigert sich dem antiklerikalen Rationalismus der Aufklärung und stellt bis Ende des Jahrhunderts einen einzigartigen intellektuellen Ort dar. Arts et culture offenbart eine Faszination füreinander. Während das Savoir-faire der Kunsthandwerker von der deutschen Seite des Rheins Henri IV. im 16. Jahrhundert verführt, inspiriert der französische Stil seinerseits die barocken und klassischen Künstler Württembergs. Der Neoklassizismus des Schlosses Rosenstein, das von einem ehemaligen Architekten von Napoleon I. entworfen wurde und dessen Skizzen dem Publikum präsentiert werden, zeugt von der Langlebigkeit dieser Synergie. Zukunftsorientierter widmet sich das finale Diptychon dem Krieg und der Versöhnung. Die ersten Spannungen rund um die Bestrebungen des Prinzen Leopold von Hohenzollern um den spanischen Thron über den Dissens bezüglich des Status des Elsasses und Lothringens, bleibt Württemberg im Zentrum der zeitgenössischen Herausforderungen. Nach dem Sturz der Nationalsozialisten, macht Südwestdeutschland einen demokratischen Neuanfang. Ein Höhepunkt der Besichtigung ist die Rede von Charles de Gaulle an die deutsche Jugend im Ludwigsburger Schloss im Jahr 1962, dann die ganz neue Städtepartnerschaft zwischen dem schwäbischen Versailles und Montbéliard im darauffolgenden Frühjahr, die die ersten Grundsteine einer Kooperation zwischen den ehemaligen Kriegsparteien legen, womit die Verwurzelung der Stadt in der Region Doubs in der europäischen Geschichte bestätigt wird. 


Im Musée du Château des Ducs de Wurtemberg (Montbéliard) bis 14. Februar 2027
chateaumontbeliardwurtemberg.fr 

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