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Amazonien im Zentrum einer Ausstellung im Museum Rietberg

Flux fluviaux dans la forêt tropicale de l'archipel de Marajó, Brésil. © Rafael Vilela, avec l'autorisation du projet Amazon Revealed

Zwischen Kunst und Archäologie entfaltet sich Das Vermächtnis Amazoniens, ein Eintauchen ins Herzen von Zivilisationen… von denen wir einiges lernen können.


Der natürliche Lebensraum Amazonien – rund sechs Millionen Quadratkilometer, also rund 70% der Oberfläche Südamerikas, verteilt auf neun Länder – ist auch ein vielfältiger Kulturraum, die Wiege antiker Zivilisationen, denn diese geographische Zone ist mindestens seit 13 000 Jahren besiedelt. Diese Ausstellung stellt oft vergessene Universen ins Rampenlicht, deren Meisterwerke manchmal jahrzehntelang in den Sammlungen der westlichen Museen vergammelten, wie die Anfang des 20. Jahrhunderts vom schwedischen Entdecker Erland Nordenskiöld aus Bolivien mitgebrachten Kisten, die… nie geöffnet worden waren! Der Rundgang erlaubt es verkannte autochthone Kulturen zu entdecken, anhand von wichtigen Artefakten wie den Karyatidengefässen der Tapajó, raffinierten Stücken, deren zoomorphe oder anthropomorphe Dekoration – je nach Blickwinkel – die Durchlässigkeit zwischen den Arten illustriert. Wir lieben auch die muiraquitãs, kleine Glücksbringer-Anhänger aus grünem Stein in Form eines Froschs, die sie herstellen. Ebenfalls aus Brasilien stammen die wunderbaren, mit roter Farbe (aus Annattostrauch-Kernen hergestellten) bemalten Marajoara-Graburnen, die zwischen Mensch und Tier schwanken, die die Funktion eines Psychopompos haben und die Verstorbenen – deren Gebeine sie enthalten – ins Jenseits begleiten.


Ein Höhepunkt der Ausstellung ist eine immersive Installation, die den Besucher in entlegene Zonen in Kolumbien, nach Chiribiquete und ins Zentrum der Serranía de La Lindosa entführen, mit Felswänden, die mit einigen der außergewöhnlichsten Felsmalereien der Welt bedeckt sind, von denen manche 12 000 Jahre alt sind. Geometrische Motive, menschliche Wesen, Bäume und Pflanzen (und vor allem) Affen, Jaguare, Fische, Fledermäuse und andere Tiere, manchmal hybrid, komponieren phantastische Gemälde, die sich wahrscheinlich auf schamanische Rituale beziehen. Die grundlegende Botschaft, die man aus dieser dichten Präsentation mitnimmt, bleibt nichtsdestotrotz die Art und Weise dieser Völker, die Welt zu bewohnen, die darin bestand eine lebendige und starke Verbindung mit ihren Wurzeln zu schaffen, der Landschaft und der spirituellen Sphäre. Diese Beziehung der Symbiose setzt sich fort: Den Beweis dafür liefert die Gemeinschaft Quijos de Cotundo (Ecuador), auf die ein Schwerpunkt gelegt wird, um zu zeigen, wie lebendig die Verbindungen sind, die sie zu heiligen Orten aufbauen. Um dies zu illustrieren entsteht ein auf traditionelle Weise geflochtenes Dach – ein kollaboratives Werk, das mit Studenten der Zürcher Hochschule der Künste und Besuchern realisiert wird – wie ein Symbol für die Verbindung mit dem Universum, die unsere Gesellschaften unbedingt wiederfinden müssen.  


Im Museum Rietberg (Zürich) bis 14. März 2027
rietberg.ch

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