Der ikonische Roberto Burle Marx im Zentrum Paul Klee in Bern
Als Künstler, der die Kategorien zersprengte, war Roberto Burle Marx nicht nur der Meister der Landschaft: Modernismo tropical erlaubt es die verschiedenen Facetten seines Talents zu entdecken.
Es ist unmöglich Roberto Burle Marx (1909-1994) in eine Schublade zu stecken: Als National-Ikone seines Landes ist der Brasilianer vor allem für seine Landschaftsprojekte bekannt, war aber ebenfalls Maler, Zeichner, Sänger und Umweltschützer und natürlich nährten sich diese verschiedenen Aktivitäten untereinander. Der Rundgang, der 15 Projekte der Landschaftsarchitektur präsentiert – anhand von Plänen, Zeichnungen, Photographien, Filmen, etc. – nimmt einen Mann in den Fokus, der die Vision des öffentlichen Raums revolutionierte. So sagte er: „Gärten sind Kunstwerke und sollten als solche betrachtet werden. Wie in der Malerei, der Bildhauerei und der Architektur muss man die Farben, Texturen, Volumen und Formen beachten.“ Illustration mit Projekten deren Pläne an abstrakte Kompositionen erinnern, wie bei der Garten-Terrasse, die auf dem Dach des Hauptsitzes der Banco Safra in São Paulo (1983) installiert ist – eine betörende mineralische Entfaltung, deren pflanzlichen Noten an lebendige Malerei-Tupfer erinnern – oder der außergewöhnliche Praça dos Cristais in Brasília (1970-72), einen Bereich von mehr als 100 000 Quadratmetern. Die zugrundeliegenden Prinzipien? Die Wahl der abgerundeten Formen, eine Verweigerung gegenüber Starrheit und Symmetrie, eine globale städtebauliche Überlegung und die Verwendung indigener Pflanzen – mehr als 50 Arten aus der Cerrado im zweiten Fall.




So war er ein Pionier in der Überlegung rund um die Umwelt, ging auf Expeditionen, die zum Ziel hatten Pflanzen zu sammeln und brachte rund hundert neue Arten mit (wie die Ctenanthe burle-marxii, die nach ihm benannt wurde, wie viele andere). In den 1960er Jahren kämpft er gegen die Abholzung, verleiht seiner Kunst eine politische Seite. Die extrem reichhaltige Ausstellung lässt auch andere Facetten eines Mannes entdecken, der behauptete: „Die Erde ist meine Leinwand, die Pflanzen sind mein Medium.“ Ja, aber nicht nur… Das beweisen Schmuckstücke, Tapeten, aber auch Gemälde wie Rosafarbene Mangrove (1963), eine bizarre und flimmernde Abstraktion. An anderer Stelle entdeckt man eine vorbereitende Gouache-Arbeit für die Dachterrasse des Ministeriums für Erziehung und Gesundheit in Rio de Janeiro, den Palácio Gustavo Capanema, der von Oscar Niemeyer gebaut wurde (1942-44), die als eines der ersten Meisterwerke der modernistischen Landschaftsarchitektur betrachtet wird: Kurvige Formen, elegante Rundungen, strahlende Farben… Der Besucher vergisst schnell, das er sich vor einer architektonischen Skizze befindet. Vor diesem Rhizom mit organischen Formen und kühnen Farbtönen, das kurioserweise an Jean Arp erinnert, hat er eher das Gefühl einen Dialog mit einem Meister der abstrakten Kunst einzugehen.
Im Zentrum Paul Klee (Bern) vom 17. Oktober 2026 bis 7. Februar 2027
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