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Die Eule ist Pink ist der Star im Museum der Kulturen Basel

Chouette rose, ocarina en céramique, avant 1973 Pinke Eule Okarina aus Keramik vor 1973 © Museum der Kulturen Basel

Anhand von mehr als 200 Objekten aus der ganzen Welt, lässt Die Eule ist Pink zahlreiche Farben sehen… und erklärt warum! 

Das unwahrscheinliche Tierchen, die „pinke Eule“, die der Ausstellung ihren Namen verleiht, sitzt auf einem Baum am Rande des Rundgangs: Es handelt sich in der Tat um eine Okarina aus Keramik, die aus Mexico stammt und die mit einem strahlenden Farbton bemalt ist, der „rosa mexicano“ genannt wird und die Lebensfreude des Landes symbolisiert. Auf den anderen Ästen flattert ein Uhu-Schwarm, der im Vergleich sehr viel nüchterner ist. Ob sie aus Basalt-Lawa – wie eine wunderschöne Azteken-Skulptur – Messing, Tonerde etc. sind oder ein wenig später aus Federn, für einen präparierten Strix aluco, alle zeigen sich in einer Palette von Braun-und Grautönen. Das gibt den Ton an für einen Rundgang, der mit Finesse hinterfragt, wie die Farben unsere Wahrnehmung der Welt beeinflussen, bewusst oder unterbewusst, aber auch die Art und Weise wie jede Kultur sie interpretiert… die sich ebenfalls verändert. So war die vychyvanka – eine bunte Strickerei, die die Hemden aus weißem Leinen zierte – ursprünglich ein Talisman in der Ukraine: Vierecke, Rauten, Dreiecke aber auch Blumen oder Tiere wurden an die Stellen positioniert, an denen die bösen Geister in den Körper eindringen könnten, Kragen und Ärmel allen voran. Sie bekleideten vor allem die Verstorbenen. Seit der russischen Invasion von 2020 sind diese Kleidungsstücke Symbole des Widerstandes geworden. Wunderbare Exemplare aus dem 19. Jahrhundert stehen hier zeitgenössischen Stücken der Marke Etnodim aus Kiew gegenüber, die von alten Motiven inspiriert ist, die modernisiert werden.


Solcherlei Geschichten gibt es im Überfluss in der Ausstellung, wie jene der Glasperlen, die in die „neue Welt“ mitgenommen wurden von Händlern aus Böhmen oder Venedig des 18. Jahrhunderts, die die Eingeborenen faszinierten. Sie nutzten sie um Lederobjekte zu dekorieren – Schuhe, Armbänder, Messerhüllen, etc. – wobei der blauen Farbe schützende Wirkung zugesprochen wurde. Prosaischer sind Etiketten der Farben für synthetische Färbemittel mit extrem strahlenden Farbtönen, die in einer anderen Zeit von den Blüten der Schweizer Chemie-Industrie verkauft wurden, wie Geigy, von dem ein Bild in grellen Gelb-, Blau-, und Grüntönen eine ideale Fabrik zeigt, die man damals als Inbegriff des Fortschritts ansah. Von einem Kapitel über das Karminrot und den kolonialen Handel zu einem anderen, das den Stellenwert der grünen Federn der Papageien in Amazonien illustriert, über die Funktion der gelben Amulette in Form eines Skorpions bei den Bedscha, die in der Wüste an der Grenze zwischen Ägypten und dem Sudan wohnen, wird das Publikum in ein farbenfrohes Universum eingetaucht. Sehr, sehr weit entfernt von unseren grauen Gesellschaften… 


Im Museum der Kulturen (Basel) bis 24. Januar 2027
mkb.ch 

> Gemeinsam mit Kindern und mit Personen mit einer Sinnes-Behinderung entwickelt, kann die Ausstellung mit mehreren Sinnen erfahren werden, dank Stationen zum Mitmachen

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