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Die traumhaften keramischen Traversées von Muriel Persil in Guebwiller

Abracadabra détail Detail), 2023 © Muriel Persil

Von Thematiken rund um das Lebendige und die Natur bewegt, taucht die Keramikerin Muriel Persil das Publikum mit Traversées in das Land ein in dem die Formen träumen. 

In Malerei ausgebildet, hat sich Muriel Persil erst ab 2015 auf autodidaktische Weise mit Keramik beschäftigt. „Die [Erste] ist eine sehr überlegte Kunst, während die [Zweite] intuitiver ist. Mit ihr lasse ich mich vom Elementaren tragen, ich gebe das wieder, was ich sehe oder Dinge, die an das Unterbewusstsein erinnern, eine imaginäre Welt, die seit meiner Kindheit in mir ist“, erklärt sie. Vom Institut Européen des Arts Céramiques infolge ihrer Teilnahme an der Gruppenausstellung Aqua Terra, in der Fondation François Schneider (siehe Poly Nr. 271 oder auf poly.fr) kontaktiert, stehen die Keramikerin und ihre Werke nun im Zentrum einer reichhaltigen monographischen Ausstellung. Die rund dreißig ausgewählten Werke – einige wurden speziell zu dieser Gelegenheit hergestellt – entfalten sich so in fünf thematischen Sälen. Darunter Boutons de rose sur feuille pistache, das ihre Faszination für Behältnisse widerspiegelt, insbesondere Vasen: „Ich habe immer welche gemacht“, fügt sie hinzu. „Ich befasse mich von Anfang an mit dem Begriff des Behältnisses. Selbst wenn anscheinend eine Vase schlussendlich keines ist“. Vorwiegend grün, mit zahlreichen Plättchen bedeckt, die an Schuppen erinnern, bekleidet diese hybride Produktion einen Saal, der den Blumen gewidmet ist und der, durch kleine rosafarbene Kugeln im Überfluss – „wie Samen oder Symbole des Erwachens des Lebens“ – auf eine Amphore verweist, die Abracadabra (2023) umgibt, eine der beiden großen Installationen. 


In einer hellen, bläulichen Welt, die zutiefst traumhaft ist „befindet sich eine wohlwollende Figur, halb Tier, halb Mensch, im Zentrum der Struktur, mit weit geöffneten Augen.“ Von einer Reihe von Schichten aus Keramik eingehüllt, die übereinander geschraubt sind, scheint man von den Tiefen eines Wasseruniversums aufgesogen zu werden. „Es ist wie eine Tür“, fährt Muriel Persil fort. „Das Ensemble ist wie ein Pop-Up-Buch aufgebaut, mit pflanzlichen Elementen ausgekleidet, irrealen Blumen, Muscheln aus Sandstein… und von der Skulptur einer Kreatur umrahmt, die halb Fisch, halb Drachen ist, sowie einer Vase mit bizarrer Form.“ Was Chant d’Ophélie (2019) betrifft, das zweite monumentale Werk, dem ein ganzer Saal gewidmet ist, geht es auf das berühmte Gemälde von John Everett Millais zurück, das eine junge Frau zeigt, die in einem Wasserbecken liegt, umgeben von grüner Natur. „Sie verkörpert die Zwischenwelt und stellt die Verbindung zwischen Leben und Tod dar, der kein Ende ist“, präzisiert die Künstlerin. Das Stück wird mit La Rivière präsentiert, einem Gemälde, das von ihren Reisen auf dem Agly inspiriert ist und es schlussendlich erlaubt die beiden Seiten ihres Lebens zusammenzuführen. 


Im Musée Théodore Deck mit dem Institut Européen des Arts Céramiques (Guebwiller) bis zum 20. September
ville-guebwiller.frarts-ceramiques.org

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