Fokus auf die junge Kunstszene mit der Triennale Jeune Création in Luxemburg
Liliana Francisco und Steven Cruz, zwei aufstrebende Künstler, kuratieren die 6. Ausgabe der Triennale Jeune Création, die äußerst engagiert und an der Kreuzung der Disziplinen ist.
Die Triennale Jeune Création, wirft einen Blick auf die junge Kunstszene in Luxemburg und der Großregion und nimmt die frisch renovierte Rotonde 1 ein. „Wir mussten uns an die Umbauarbeiten anpassen und wir wissen, dass sich die Dinge noch entwickeln werden“, antworten Liliana Francisco und Steven Cruz, Kuratoren und Gründer des Kollektivs La Concierge. Für dieses dritte Projekt, das noch im vollen Aufbau ist [Interview geführt am 4. Juni, Anm.d.Red.], hat das Duo sich dazu entschieden sich mit dem Thema Common Ground zu befassen: „Wir suchten einen Namen, der an die alternativen Orte erinnern kann, an denen sich die ausgegrenzten Gruppen treffen, wie die Drittorte“, erklärt der junge Mann. „Wir haben an diesen Abenden teilgenommen, es sind Orte, die dabei helfen uns zu dekonstruieren, an denen man ohne jegliche Diskriminierung existieren kann“, fährt er fort. Und Liliana Francisco ergänzt: „Wir wollen den Multikulturalismus repräsentieren und die Diversität in dieser Region, die dafür bekannt ist ein Melting Pot zu sein. Die Künstler hinterfragen diese Repräsentationen, aus einem politischen Blickwinkel oder ganz einfach vom Standpunkt ihrer eigenen Identität aus.“
Zu den 20 jungen Talenten, die ausgewählt wurden – Tanoe Ackah, Benoît de Mijolla, Zarina Gibadulina… –, bestätigt Steven Cruz, dass die Meisten aus ihrer persönlichen Erfahrung schöpfen um sich dieses Themas anzunehmen. „Wir wollen nicht zu viel sagen, aber es gibt eine Person, die die Lebensbedingungen der Immigranten behandelt, die in unseren Ländern ankommen, andere die sich für Gender-Identitäten interessieren…“, fügt seine Komplizin hinzu. „Sie drücken sich aus anhand von Photographie, Video, Skulptur und Performance. Und selbst wenn es eine augenscheinlichere Konzentration auf die queere Welt gibt, geht es auch um die alternative Szene in Form von Punk, Techno oder Underground.“ Auf der Seite der Ausstellungsinszenierung steht der Underground-Geist im Zentrum der Inspirationen, zwischen industriellen Gerüsten und künstlichem Licht um den Eindruck zu vermitteln „in eine Disko oder einen verlassenen Ort einzudringen. In der Ausstellung anzukommen ist wie das Eintreten in einen illegalen Ort. Wir versuchen dieses Universum wiederzugeben, dieses Feeling“, präzisiert er. Zusätzlich zu den Werken wird die Erfahrung Common Ground von der Ausstrahlung von Filmen bereichert, Diskussionen, aber auch Konzerten, wie jenem von M(h)aol (10.08., Klub). Im Rahmen von Congés Annulés (24.07.-20.08.) programmiert, spielt die irische Queer-Band ihre Post-Punk-Klänge bei einem Auftritt, der dazu einlädt, eins zu werden. Das Trio kehrte letztes Jahr mit Something Soft zurück, einem mitreißenden zweiten Album, das sich mit Ungleichheiten in einer zunehmend gefühllosen Gesellschaft auseinandersetzt.
In den Rotondes (Luxemburg) bis zum 30. August
rotondes.lu


