Eine Adaptation des graphischen Romans von Frankenstein von David Sala
Mit seiner Adaptation des Romans Frankenstein von Mary Shelley, liefert David Sala eine prächtige Vision eines literarischen Mythos.
Er hatte sich schon an die Schachnovelle von Stefan Zweig (2017) gewagt – einen absoluten Erfolg. Dieses Mal taucht David Sala ins Herz von Frankenstein ein, von dem er eine atemberaubende Version liefert: „Nach Le Poids des héros (2022), meinem autobiographischsten Werk mitgenommen, hatte ich Lust auf ein einfacheres Buch. Ich habe mich nicht geirrt“, amüsiert sich der Autor, der in Straßburg lebt. Der Aufbau der Story „hat mich viel Zeit gekostet“, vertraut er uns an.
Zwischen Respekt des Geistes eines gotischen Märchens und Aktualisierung der Aussage – indem er die Ablehnung des Anderen hinterfragt – liegt er richtig, zeigt, dass die Kreatur schlussendlich der menschlichste der Protagonisten ist, mit Ausnahme einer Frau – die er geschaffen hat, da sie bei Mary Shelley nicht auftaucht – die sich um sie kümmert. Mit Gouache realisiert – „Aquarell ist zu zart, Pastell zu kindlich…“ – sind die Seiten purer Zauber, in denen sich der Künstler manchmal des Malmessers bedient, wenn eine imposantere Textur notwendig ist. Als geborener Kolorist erzählt der Maler eine Geschichte in den dunkelsten Farbschattierungen von Blau, Grau, tiefem Violett, die die Brutalität der Worte widerspiegeln. Wenn sie in seltenen Momenten der Ruhe Platz für eine warme Palette machen, in der die Rottöne dominieren, bleibt das Ensemble von einer gleichzeitig rohen und extrem raffinierten Poesie geprägt.

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