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Städtische Galerie: Das eklektische Mind The Gap in Offenburg

Prosper Legault, Blumenkomposition, 2021 Meuser, Nieder mit dem Wechselstrom, 2011 François Halard, GIVERNY, 2025 © Courtesy Ruttkowski;68

Mit 28 vereinten zeitgenössischen Künstlern ist MIND THE GAP eine Polyphonie,  in der Skulpturen, Gemälde und Photographien einen Dialog eingehen,  der Harmonien und… Dissonanzen erzeugt.

Der Startpunkt dieser Ausstellung ist der Skulpturenpark der deutschen Stadt, ein dreiteiliges Projekt, das die Städtische Galerie, das Kesselhaus – bei dem er seinen Platz gefunden hat – und die Galerie Ruttkowski;68 vereint, die das Ganze kuratiert hat. Hier sind monumentale Werke von acht Künstlern installiert: Blowing the horn (calling for friends) (2024) von Joakim Ojanen – eine traumhafte Kreatur aus Bronze, die aus einem unwahrscheinlichen Comic stammt, der mit Herzlichkeit, die ganze Melancholie der zeitgenössischen Einsamkeit verkörpert – geht zum Beispiel einen Dialog mit dem riesigen Fuchs (2024) von Stefan Strumbel ein, der von einem unbändigen Spleen ergriffen zu sein scheint. Gottseidank flößt die fast acht Meter lange Mauer von Stefan Marx dem Ganzen eine Dosis Optimismus ein, mit einem Slogan, der in einer auf den ersten Blick wiedererkennbaren Schrift des deutschen Künstlers geschrieben wurde: „A Dream and a dream comes true.“ Wir mögen die Absurdität einer Aufnahme von Lars Eidinger – besser bekannt als Schauspieler, im Theater, wo er einer der Lieblingsdarsteller von Thomas Ostermeier ist, und im Kino – die sich um eine Litfaßsäule rollt.

In MIND THE GAP, das von Nils Müller organisiert wird – Gründer einer Galerie, deren Aktivitäten sich auf Köln, Düsseldorf, Bochum, New York und Paris erstrecken, ebenso wie die großen Kunstmessen des Planeten – haben einige von diesen acht die Wände der Städtischen Galerie erobert, für einen Rundgang, in dem die Generationen, Medien und Ästhetiken mit Freude aufeinandertreffen und Erfahrungen der Vergangenheit mit Fragen der Gegenwart verbinden. So trifft man wieder auf Lars Eidinger, mit einer Aufnahme von großer Dichte, die eine immense romantische Tristesse ausdrückt (Salzburg, 2021). An seiner Seite unterhält sich François Halard mit Monet in vergrößerten Polaroidbildern, die er bemalt hat (Giverny, 2025), was die Beziehung zwischen der impressionistischen Ikone und der japanischen Kunst von Hokusai und Hiroshige offenbart, während Prosper Legault mit Blumenkomposition (2021) verführt. In dieser Skulptur mischt er auf der Straße aufgesammelte Abfälle um Werke mit starkem poetischem Potential herzustellen, wobei er eine Art Dadaismus des 21. Jahrhunderts kreiert. Und schließlich unmöglich nicht Markus Lüpertz zu erwähnen, einen der letzten Großen der Kunst, mit Jagdgöttin Diana (2019), einer Bronzestatue, von der man nicht sicher ist ob sie eine Muttergöttin oder eine heidnische Gottheit repräsentiert, deren Kraft aber sofort spürbar ist. Man erinnert sich also an das was er uns vor einigen Jahren anvertraut hat: „Heute gilt eine weitgefasste Definition der Kunst: Es ist also unmöglich zu planen Bildhauer zu werden, aber der echte Künstler wird zu Gott. Er hat eine Dysfunktion, eine Krankheit, eine Berufung – egal welches Wort Sie auswählen – wie der Dalai Lama.“


In der Städtischen Galerie (Offenburg)  bis 18. Oktober
galerie-offenburg.deruttkowski68.com

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