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Folk-Spaziergang mit Odysseús von Herman Dune

Herman Dune © Mayon Hanania

 

Folk, Indie Folk und eine Prise Rock machen aus Odysseús, dem aktuellen Album von Herman Dune, eine betörende Expedition.

Das ursprünglich Ende der 1990er Jahre gegründete Trio Herman Dune ist heute das Soloprojekt des französisch-schwedischen Musikers Davis Ivar. Mit Odysseús, ist der Mann, der seit zehn Jahren den American way of life angenommen hat, zurück mit einer anglophonen Platte, auf der Gitarre, Mandoline, Geige und Harmonica aufeinandertreffen, für ein herzliches und melancholisches Epos. Der Künstler taucht uns in seine Liebesqualen-und Fragen ein, die Wut oder den Glauben, nicht ohne eine gute Dosis Optimismus und Resilienz, was es sehr angenehm macht, diesem Patchwork aus Balladen zu folgen. Nach einer kurzen instrumentalen Einleitung, in der die geriebenen Saiten von den ersten Noten an verzaubern, nutzt das Stück Odysseús erneut diesen Prolog, indem es Gitarre und aus der Countrymusik, der Americana sowie traditioneller jüdischer und spanischer Musik geschöpfte Klänge aufeinanderfolgen lässt. Die zärtliche Stimme von Herman Dune geht einen Dialog mit betörenden weiblichen Chören ein – die sich des letzten Drittels total annehmen – ein bewusster Bezug auf den Gesang der Sirenen, den ein gewisser Odysseus im Text von Homer hört. 


Auf Tune Out, lädt sein heiseres Timbre zum Abschalten ein, in einer Atmosphäre, die ebenso sanft wie nostalgisch ist. „Whatever’s left of you and me / We’re gonna get it back if we / Tune Out“ (Egal was von dir und mir übrig bleibt / Wir werden es wiederfinden, wenn wir / uns ausloggen) ruft er nach einem schönen Geigensolo. Rockiger und mitreißender beschleunigt Sneakers on the Telephone Line den Rhythmus. Wenn er die Gitarre zugunsten von Schlagzeug und Schlaginstrumenten verlässt, ist der Titel eine Mise en abyme der Schreibgewohnheiten des Sängers, der seine Gedanken ausdrückt als er durch die Viertel von Los Angeles fährt: „« I was sitting in traffic on the One-Ten / When I thought about a lyric and I grabbed a pen / I always make up songs when I’m driving / It’s not exactly safe but look I’m thriving“ (Ich war im Stau auf der Autobahn Eins-Zehn gefangen / Als ich an einen Satz dachte und einen Stift genommen habe / Ich komponiere immer Lieder wenn ich fahre / Das ist nicht wirklich vorsichtig und dennoch geht es mir sehr gut). Was Buffoon of Love betrifft, teilt Herman Dune das Mikrophon für ein romantisches Gitarrenduo mit seiner Frau. Eine zärtliche und verschmitzte Pause, in der sich jeder den Ball zuspielt und dabei an die Vergangenheit denkt – „Once you were a little boy – Yeah / Then you had to grow – Uh huh / Once you thought that life was joy – I did / But now you know – I know / That Love is a ruthless king / For whom you dance and sing” (Früher warst du ein kleiner Junge – Ja / Dann musstest du erwachsen werden – Hein Hein – Früher dachtest du das Leben sei nur Freude – Das stimmt / Aber jetzt weißt du es – Ich weiß / Das die Liebe ein König ohne Mitgefühl ist / Für den Du ohne Unterlass tanzt und singst). 


In La Vapeur (Dijon) am Dienstag den 17. Februar, in der Kirche  Saint-Pierre-le-Vieux (Straßburg) am Donnerstag den 19. Februar und im Temple (Dampierre-les-Bois) am Freitag den 20. Februar
lavapeur.comartefact.orglemoloco.com

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