La Technique du poisson doré, interdisziplinäre Show beim Festival Mini Musica
David Séchaud inszeniert La Technique du poisson doré, eine Aufführung für junges Publikum, im Rahmen von Mini Musica.
Akrobatik, Melodie und Experimente waren schon immer die Hauptzutaten der Rezepte von David Séchaud. Neben seiner Rolle als Regisseur nimmt dieser ehemalige Absolvent der Arts décoratifs de Strasbourg auch die Rollen des Bühnenbildners und Schauspielers ein: In Archivolte umgab er sich mit Mitgliedern seiner Truppe Placement libre um einen haarsträubenden Einbruch zu inszenieren, der nichts weniger als das Eindringen in den Geist eines Architekten war. Pläne, Seile und umwandelbare Strukturen aus Holz übersäten die Bühne, in der echten Werkstatt eines Bastlers, durch die sich die kleine Bande schlich. La Technique du poisson doré (ab 8 Jahren), seine neue Kreation, weicht nicht von der Regel ab. Auf einem Rollenförderer – einem breiten, auf einem Gestell montierten Band, das es erlaubt Artikel zu transportieren – bewegen sich riesige Module mit geometrischen Formen. Sie werden im Laufe der Aufführung von der Truppe verschoben und neu angeordnet, eine Anspielung auf die ursprüngliche Funktion der Anlage und die Arbeiter in den Logistikketten, und dienen als Bühne für die Pirouetten eines Seiltänzers, begleitet von den Klängen live gespielter Instrumente.

Zu Beginn dieses Projekts ist da eine besondere Idee: Ein musikalisches Notensystem sichtbar – und vor allem greifbar – zu machen, zu dem sich ein Akrobat bewegt, so dass es gleichzeitig mit Geige, Klavier oder Gitarre interpretiert wird. Die Herausforderung ist ebenso offensichtlich wie faszinierend: Konstante Bewegung, Umgang mit Hindernissen, Eingehen von Risiken, Improvisationen oder auch Erkundung zyklischer Motive, die eine evolutive Umgebung schaffen, in der die Elemente von ihren eigenen Charakteristika profitieren. Jedes Objekt kann sich also ineinanderfügen, stapeln oder verformen. Eine solches Universum zu errichten, bietet für ein Publikum, dem die technischen Prinzipien einer Komposition wenig geläufig sind, die Gelegenheit ihre Funktionsweise besser zu verstehen. Die Sinneserfahrung setzt sich anhand der Nutzung einer Licht-Anlage fort, der physischen Repräsentation eines Lektüre-Bildschirms für die Musiker… der sich ebenfalls als Quelle des Chaos entpuppt. Ein sorgfältig organisiertes Chaos, in dem die Komponenten nicht nur miteinander verbunden sind, sondern sich auch gegenseitig beeinflussen. David Séchaud präsentiert eine poetische Reise, in der die Schönheit aus dem Unvorhersehbaren kommt, der Wiederholung und der Fähigkeit mit ihnen umzugehen.
In Pôle Sud (Straßburg) am Samstag den 28. und Sonntag den 29. März
pole-sud.fr
Mini Musica, version 2.0
Nach seiner letzten Form als Mini-Höhepunkt des Festivals Musica im vergangenen September löst sich Mini Musica (21.-31.03., Straßburg und Umgebung) von seinem großen Bruder, um einem jungen Publikum zeitgenössische Musik näherzubringen. Das Festival bietet beispielsweise die Möglichkeit, mit der Installation Play with me (21. & 22.03., Espace Django, ab 7 Jahren) von Éric Arnal-Burtschy zu experimentieren, einem Spielplatz, auf dem jede Bewegung eine Melodie erzeugt. Das Konzert Grand bol d‘air (Over the Sky) (23.-25.03., Point d‘Eau, Ostwald, ab 3 Monaten) des Ensembles 20° dans le noir verbindet seinerseits Flöte, Cello und Akkordeon mit einem reichhaltigen visuellen Universum.
festivalmusica.fr
