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Les objets réinventés von Estelle Hoffert im Frac Alsace

© Estelle Hoffert

Im Frac Alsace lädt die Photographin und Bildhauerin Estelle Hoffert dazu ein sich mit dem Material zu befassen, das uns umgibt in À la gloire de l’objet.

„Das Objekt ist nichts ohne uns, es existiert durch und für uns und ist sehr platzraubend.“ Estelle Hoffert sammelt verlassene Accessoires ein, oder solche, die dazu bestimmt sind zerstört zu werden und inszeniert sie, indem sie neue Geschichten erfindet. Zwei Löwen aus rosa Sandstein aus dem I. Jahrhundert empfangen die Besucher. Im Zentrum heißt ein Teppich willkommen: Welcome (2017, Vincent Kriste). Dennoch blockieren die Raubtiere den Eingang; eine bizarre Art und Weise ihre Rolle neu zu interpretieren. Ein Teil der Ausstellung dreht sich ebenso um kaputte Artikel, wie einen Lagerungstopf, der so abgenutzt ist, dass er nicht mehr in seiner Transportkiste Halt findet: „Ich mag das zerbrochene Objekt, weil es nicht mehr jenem vom Anfang ähnelt“, bestätigt die Künstlerin. Einige hat sie selbst hergestellt: Eine Waffel aus Keramik, die Risse enthält, eine Vase, die von einer mumifizierten Blindschleiche durchbohrt wird, das Photo eines zerbrochenen Tierschädels, ein abgenutzter Schuh… oder eine in zwei Teile zerlegte Granate, die zu einem Eierbecher geworden ist. Sie ist „repräsentativ für das Leben und den Tod“, setzt sie fort. Man sieht die Schale und das Spiegelei – ein falsches natürlich – das bei Emmaüs in Scherwiller, dem Partner der Ausstellung gefunden wurde.


Das Publikum trifft anschließend auf drei etwas andere Werbeplakate. Da sie rund zwanzig Jahr in dieser Branche gearbeitet hat, kennt die Künstlerin deren Codes und hat sich ihrer bedient um ihren Sinn umzukehren. Sie fügt gesammelte Objekte hinzu – zum Teil aus Wagen der Müllabfuhr – „die man normalerweise nicht in der Werbung findet, denn sie haben schon eine Identität“ und stellt sie so wieder „in einen Kontext, in dem sie erneut zu Waren werden.“ Man sieht hier zum Beispiel altbackenes Brot, das mit Schmuck besetzt ist, ein ergreifendes Bild, das mit Luxus und Armut spielt. Im Zentrum der Ausstellung thront ein Grabstein von 1439, ein Stein von einem Grab des Adels in Sélestat aus den Sammlungen des Fonds d’Archéologie Alsace. Estelle Hoffert „überlässt den Leuten die Möglichkeit sich zu setzen oder nicht, zu gedenken, ihm den Rücken zuzuwenden…“ und ihn also so zu behandeln wie sie es wünschen. Aber die Künstlerin möchte nicht die Einzige sein, die über ihren Nutzen entscheidet. Am Ende des Rundgangs zieht ein Regal die Blicke auf sich. Hier kann jeder ein Objekt abgeben und es mit einer Absichtserklärung begleiten. Sie werden anschließend dem Emmaüs in Scherwiller übergeben; eine Art und Weise die Ausstellung für neue Interpretationen zu erweitern.


Im Frac Alsace (Sélestat) bis 10. Januar 2027
frac-alsace.org

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