Das Ministère de l’Impression wird 30 Jahre alt!

Installation de typons issus de l'atelier avec Christian Savioz Installation der Druckvorlagen aus dem Atelier mit Christian Savioz © Julia Percheron

Was gibt es Besseres als grenzüberschreitende Siebdrucke der Studenten der Hear um die 30 Jahre von Ministère de l’Impression zu feiern?

In Mulhouse machen die Studenten der Haute École des Arts du Rhin einen obligatorischen Halt im Siebdruck-Atelier, alias Ministère de l’Impression. Hier werden Workshops und Studienabschlussprojekte zum Leben erweckt, unter den Augen der Lehrer Christian Savioz und Claire Morel. Ihr Underground-Stil ist omnipräsent. Die erste Wand der Ausstellung steckt den Rahmen ab, bedeckt mit einem Patchwork von in Schwarz-Weiß gedruckten Bildern (Druckvorlagen) präsentieren sich Siebdrucke auf Zinkplatten wie ein alter Computer, der mit Strass-Steinen bedeckt ist und ruft „Ich habe mit Christophe Vaubourg geschlafen“ – ein Private Joke, der auf einen anderen Professor abzielt. „Christian hat viele Seitenhiebe auf Objekte eingefügt, aber auch die Plakate, die aus der Druckmaschine kommen“, erklärt Emmanuelle Walter, Verantwortliche für Visuelle Kunst in La Filature. Der riesige Drucker enthüllt in der Tat einige monochrome Titelbilder der Times aus den 1990er Jahren. Darunter ein Portrait von Putin, das tendenziell brüskiert. Im Gegenteil dazu, rufen die Portraits von Ben Laden, Saddam Hussein oder Bush, als Vampire mit Waffen umgeben, weniger Reaktionen hervor. Eine Frage der Aktualität? Auch die Zweckentfremdung von Figuren der Pop-Kultur kommt nicht zu kurz. Auf ein T-Shirt aufgetragen, steht der unumgängliche Schnurrbart von Dalí nun über seinen Augenbrauen. Etwas weiter trägt James Bond Overkneestiefel, während der Elf Dobby, die Figur aus der Saga Harry Potter, die normalerweise so wohlwollend ist, schamlos seine Mittelfinger präsentiert.

Die Provokation findet auch anhand der Kraft der Techniken der optischen Illusion statt. Die drei Werke von Yao- Ying Chiu mit dem Titel Par ici la sortie (Zum Ausgang hier entlang) spielen mit explosiven Formen und Farben, die schnell den Eindruck erwecken, dass das Bild sich animiert oder das Gleichgewicht um uns herum ins Wanken gerät. „Sie wird übrigens diese Werke bei ihrer Diplompräsentation in einigen Wochen zeigen“, präzisiert Emmanuelle Walter. Die geometrische Abstraktion wird ebenfalls in Fayence-Fliesen dekliniert, die etwas anders sind. Egal wie sie zusammengesetzt werden, kreuzen sich alle Linien, wobei sie ein neues Formenmosaik bilden. Während Caroline Amadei phallische und sexuelle Modelle in Ardeur éxotique studiert, bietet die Houle von Lucie Darocha ein Labyrinth aus atemberaubenden Kurven, die am Boden präsentiert werden.


In La Filature (Mulhouse) bis 18. Mai

lafilature.org

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