Das deutsch-französische Festival Perspectives entführt Sie mit neuen Geschichten
Indem es bei seiner 48. Ausgabe mit der immer gleichen Stärke die Bühnenkünste erkundet, interessiert sich das Festival Perspectives für das Zusammenleben und für unsere Arten Geschichten zu erzählen.
Die deutsch-französische Veranstaltung Perspectives, die seit einem Jahr unter der künstlerischen Leitung von Kira Kirsch steht, mischt Beiträge aus Zirkus, getanzte und theatralische Performances, aber auch Lesungen, die die Beziehungen zwischen den Individuen erkunden. Von den drei Aufführungen am Tag der Eröffnung, basieren zwei auf den Gesetzen des Gleichgewichts: La Lévitation réelle (21.05., St Johanner Markt & 22.05., Deutsch-französischer Garten, Saarbrücken), Kurzform von Camille Boitel und ØBLíK (21.05., Landwehrplatz, Saarbrücken & 23.05., Parc archéologique européen, Bliesbruck). In diesem Solo experimentiert Theresa Kuhn mit der Schwerkraft auf dem Schlappseil, für eine unerwartete und ergreifende Erzählung. Das Stück Une Ombre vorace (21.05., Scène de l’Hôtel de Ville, Sarreguemines & 22.05., Aula (Festsaal), Sulzbach, ab 12 Jahren, in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln) erzählt seinerseits das Schicksal eines fiktiven Alpinisten, der in den Bergen verschwunden ist. 30 Jahre später setzt sein Sohn alles daran seinen Körper wiederzufinden. Vor uns spielen zwei Interpreten mit der Doppeldeutigkeit: Während einer den Protagonisten verkörpert, stellt der andere sein Kino-Double dar, denn sein Abenteuer wird auf die große Leinwand gebracht.
Komplexe und zeitgenössische thematische Studien durchziehen ebenfalls die Veranstaltung. Mit Versuch über das Sterben (24. & 25.05., Alte Feuerwache, Saarbrücken, ab 14 Jahren, in deutscher Sprache mit französischen Übertiteln), taucht Boris Nikitin das Publikum in die tragische Geschichte seines Vaters, der im Sterben liegt und Sterbehilfe in Anspruch nehmen will. Parallel dazu vertraut sich der Schauspieler und Regisseur über seine eigene Homosexualität an, komponiert einen intimen und intensiven Moment, in dem die Thematisierung des Todes schlussendlich die Auseinandersetzung mit dem Leben erleichtert. Ebenso bewegend ist die Choreographie Kontakthof – Echoes of ’78 (25.05., Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken, ab 12 Jahren) Neuinterpretation von Kontakthof, dem Originalstück, das 1978 von Pina Bausch realisiert wurde. Auf der Bühne neun Tänzer der ursprünglichen Besetzung, die sich rund 50 Jahre nach ihren Anfängen, ihre Rolle wieder aneignen. Valentina (28. & 29.05., Le Carreau, Forbach, ab 14 Jahren, in Französisch und Rumänisch mit französischen und deutschen Übertiteln) ein berührendes Epos, inszeniert von der Direktorin des Théâtre national de Strasbourg, Caroline Guiela Nguyen, das den Kampf einer Mutter gegen die Krankheit erzählt. In einem Land, deren Sprache sie nicht kennt, lastet alles auf den Schultern der Tochter, die gegen ihren Willen zur Übersetzerin-Interpretin wird, die mehr versteht als ihr junges Alter es vermuten lässt.
Im Arsenal (Metz), in der Aula Sulzbach, im Carreau und in der Librairie autonome (Forbach), im Parc archéologique européen (Bliesbruck), in der Scène de l’Hôtel de Ville (Sarreguemines), im Theater am Ring (Saarlouis), in der Völklinger Hütte (Völklingen) und an verschiedenen Orten in Saarbrücken (Saarländisches Staatstheater, Alte Feuerwache…) vom 21. bis 30. Mai
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