Clair de la Plume: Benjamin Reilhes wirkt Wunder

Glenn Viel, Cédric Perret et Benjamin Reilhes © Alain Maigre

Im provenzalischen Departement Drôme kocht Benjamin Reilhes seit Dezember 2022 voller Subtilität im Clair de la Plume in Grignan.

Ein Haus von zeitloser Raffinesse, in dem man unter dem Glasdach eines Wintergartens mit wahnsinnigem Charme speist: Ein Moment, den man im Claire de la Plume verbringt, ist eine begeisternde Hin-und-Rückreise zwischen der ausgelassenen Romantik des 19. Jahrhunderts, à la George Sand, und der Modernität der von Leichtigkeit geprägten Küche von Benjamin Reilhes. Mit weniger als dreißig Jahren hat der junge Küchenchef schon einen beachtlichen Stammbaum, denn er hat in Häusern wie La Vague d’Or bei Arnaud Donckele und in La Table im Lausanne Palace gekocht, wo er zwei Jahre lang Franck Pelux assistierte. Als er im Dezember 2022 in Grignan ankam, hat er ein neues Kapitel der Geschichte der Institution geschrieben (ein Stern im Guide Michelin), gemeinsam mit Clenn Viel, dem dreifach mit Stern ausgezeichneten Küchenchef des L’Oustau in Baumanière des Baux-de-Provence, der das Menü mitkreiert: „Ich bin nicht gekommen um seine Küche umzusetzen. Wir kreieren die Karte gemeinsam. Er hilft mir dabei meine Gerichte zu verfeinern, mit seiner Expertise und seiner Erfahrung“, fasst Benjamin Reilhes zusammen. Wir sind also weit entfernt von der Beziehung Chirac / Sarkozy – „Ich entscheide und er führt aus“ – sondern eher in etwas, was an eine gemeinsame Konstruktion erinnert, mit der Losung: „Echte und reine Geschmacksnoten, die für die Gäste verständlich und lesbar sind, ohne jeglichen Bluff.“

Benjamin Reilhes officie au Clair de la Plume. Photo de la "Truite au vert" © Alain Maigre
Clair de la Plume © Alain Maigre

Eine perfekte Illustration dazu liefert ein Spargel-Duo, das im eigenen Saft gegart ist, wobei sich die Frische des Grünen mit der leichten Bitternote des Weißen verbindet. Wie ein sich umarmendes Paar scheint das Duo auf einem Bett zu liegen, die Spitze zeigt auf jene des anderen, wobei das Bettlaken aus rohen Lamellen des Ersten und einem Carpaccio vom Zweiten in Form von Pickles besteht. Die Soße ist eine Entzückung: „Keine verlässt die Küche, ohne dass ich sie gekostet hätte“, sagt Benjamin Reilhes. Genauso begeisternd ist eine „Grüne Forelle“. Die Komposition ist schön geometrisch, die Geschmäcker sind luftig: Der geräucherte Fisch steht in Kontrast mit einer rockigen Vinaigrette mit ungewöhnlicher Säure. Sicherlich dank des Olivenöls aus Nyons und seiner Vanille-Düfte. Die Salatblätter und die feinen Lamellen eines gegrillten Apfels runden eine effiziente Komposition ab. Nach einem mit Vin jaune betrunkenen Perlhuhn – ein stets verführerischer Klassiker –, ist der Übergang zum Dessert ein Genuss. Ein vom Chefpatissier Cédric Perret, einem alten Hasen des Hauses, realisierter Choco-Bon ist ein cremiges, schmelzendes und eisiges Eintauchen, ins Innere der Kakaobohne. Und man denkt an den berühmten Satz der großen Figur von Grignan, Madame de Sévigné: „Nehmen Sie Schokolade zu sich, damit auch die schlimmste Gesellschaft ihnen gut erscheint.

Facade entrée Le Clair De La Plume Grignan Drôme © Alain Maigre
Clair de la Plume © Alain Maigre

Das Clair de la Plume liegt in der 2 place du Mail (Grignan). Geöffnet dienstags bis samstags abends sowie freitags und samstags mittags. Menü zwischen 115 und 240 €.
clairplume.com

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