Astéréotypie mischt die Gattungen auf seinem neuen Album Patami
Rock, Post-Punk und Elektromusik pulsieren auf Patami, dem vierten Album von Astéréotypie, einer Gruppe, deren Mitglieder eine besondere Geschichte haben.
Vor 16 Jahren im Zuge eines Ateliers in einem medizinisch-pädagogischen Zentrum ins Leben gerufen, vereint das Abenteuer Astéréotypie Autoren und Interpreten, die von einer Störung aus dem autistischen Spektrum betroffen sind, sowie „gesunde“ Musiker. Die neurodiversen Künstler teilen sich die 14 Titel von Patami, dem aktuellsten Werk, das von ebenso zärtlichen wie ernst zu nehmenden Texten geprägt ist, mit einer zügellosen Energie. Hinter ihrer augenscheinlichen Einfachheit, erzählen sie von berührenden, zeitgenössischen und persönlichen Themen.
In Je ris pour autre chose, vertraut sich Stanislas Carmont – gesehen im Film Was ist schon normal? von Artus, dem Filmhit des Jahres 2024 – an, zu einer seiner Leidenschaften, ein Ausgangspunkt um die Behinderung anzusprechen. „J’me moque pas d’vous / Je ris pour autre chose [Ich mache mich nicht über euch lustig/ Ich lache aus einem anderen Grund]“, ruft er mit seiner theatralischen Stimme aus, als die Melodie immer intensiver und gereizter wird. Wenn Yohann Goetzmann seinen Wettbewerbsgeist in UNO skandiert, verleiht das einem einfachen Spiel eine ganz andere Dimension, Claire Ottaway setzt auf ihr unschuldiges Timbre, rein und direkt um die Rechte der Frauen zu verteidigen: „Britney Spears, elle oui, elle est provocante, elle a le droit, intimement / Ce ne sont pas mes oignons [Britney Spears, ja, sie ist provokant, sie hat das Recht dazu / Das ist nicht mein Bier]“ (Cheese bad girl)… Ein unorthodoxes Universum, zu dem sie voll stehen, vergleichbar mit jenem eines gewissen Philippe Katerine.
In den Docks (Lausanne) am Samstag den 3. Oktober, in der Kulturfabrik (Esch-sur-Alzette) am Freitag den 9. Oktober und in der Briqueterie (Schiltigheim) am Samstag den 21. November
docks.ch – kulturfabrik.lu – ville-schiltigheim.fr
