Christina, neues Elektro-Folk-Werk von Lilly Wood & The Prick
Nili Hadida und Benjamin Cotto, alias Lilly Wood & The Prick, nehmen uns mit in ein kontrastreiches Universum aus Folk-und Elektromusik auf Christina, ihrem fünften Album. Begegnung mit der Sängerin.
In diesem Jahr kommen Sie mit einer neuen Platte zurück und feiern die 20 Jahre ihrer Karriere. Hat dieses Jubiläum in seiner Entwicklung eine Rolle gespielt?
Überhaupt nicht! Auch wenn, wenn man älter wird, andere Themen auftauchen, lassen wir uns viel tragen und sprechen über Dinge, die uns in diesem Moment beschäftigen. Vorher thematisierten wir die Freundschaft weniger. Liebesgeschichten, die schlecht enden waren immer eine Inspiration, aber sie stellen eine gewisse Einfachheit dar. Christina ist in vielerlei Hinsicht ein Neuanfang: Auf der Bühne ist jedes Lied wie ein eigenes Bild gedacht. Wir haben auch unser Repertorium neu bearbeitet, damit es unserer aktuellen DNA ähnelt. Indem wir den Elektro-Produzenten und Myd einluden, kam etwas tanzenderes hinzu, mit Klängen, die wir immer schon mochten, aber nicht unbedingt beherrschten.
Der anglophone Rapper Sika Deva stößt zu ihrem Duo auf Pushes hinzu. Können Sie von dieser Zusammenarbeit erzählen?
Sika hängt viel im Artistic Palace ab, dem Studio unseres Produzenten in Paris. Es ist ein wahrer Bienenstock, in dem man Künstler unterschiedlichster Musikstile trifft, was unerwartete Begegnungen bereithält. Wir wollten ein Lied mit bissigen Strophen schreiben, einen Text der skandiert werden kann und einen mitreißenden Refrain, der sich vom Rest abhebt. Pushes handelt von Paranoia, von der Angst vor dem Blick der anderen und der Tatsache Leute zu verlieren.
Christina analysiert seinerseits die Auswüchse des Schönheitskults. Was sind seine Ursprünge?
Wir haben einen unseren Gitarren-Riffs gesampelt, den man auf [No No] Kids findet, einem Titel unseres ersten Albums. Ich erinnere mich daran, dass Myd und Benjamin Dinge in ihrer Ecke bastelten, Klänge und Instrumente suchten. Mit den Texten verglichen ist die Musik leicht. Einen Kontrast herzustellen war nicht absichtlich, aber es ist zu unserem Markenzeichen geworden. Und da Ben fröhlicher ist als ich, stammt die Freiheits-Seite von ihm.
Was Swear, angeht, voller Synthesizer, ist es ein sehr elektronischer Beitrag, in dem die Benutzung von Widerhall eine ganz schöne Debatte ausgelöst hat…
Ich habe mich dafür eingesetzt die Gitarre nach dem Refrain zu behalten! Sie ist sehr frontal und kommt ein bisschen ungelegen. Im Studio wollten einige Personen die Piste konsensfähiger machen, indem sie diesen berühmten Widerhall einsetzten. Aber ich mag es, wenn es Reliefs gibt, ich wollte es nicht abrunden. Es spricht über Freundschaft, ich sehe es als eine musikalische Umarmung für meine Freunde. Ein anderes Lied, das wir besonders mögen ist Blood Bath. Es ist etwas von allem dabei: Emotion, Bühnenwirkung, eine gesprochene Stimme, die die Geschichte erzählt… Es spricht den Tod an, ein Thema, über das ich mich anvertrauen musste.
In der Cartonnerie (Reims) am Donnerstag den 9. April, in Le Rez – Usine (Genf) am Freitag den 8. Mai, im Papiersaal (Zürich) am Mittwoch den 13. Mai, beim Festival Jardin du Michel (Toul & Dommartin-lès-Toul, 22.-24.05.) am Sonntag den 24. Mai, beim Festival Rencontres et Racines (Audincourt, 26.-28.06.) am Freitag den 26. Juni, im Casino 2000 (Mondorf-les-Bains) am Samstag den 24. Oktober, in La Laiterie (Straßburg) am Sonntag den 25. Oktober und im Noumatrouff (Mulhouse) am Samstag den 7. November
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Erschienen bei Wagram Music / Cinq7
cinq7.com
