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Wut und Kampfkunst in Tempest von der Truppe Voetvolk

Tempest © Danny Willems

Das belgische Duo Lisbeth Gruwez und Maarten Van Cauwenberghe lässt Wut und Kampfsportarten in seiner aktuellen Kreation Tempest aufeinandertreffen.

Als sie ihre Truppe Voetvolk im Jahr 2006 gründen, setzen die Tänzerin und Choreographin Lisbeth Gruwez und der Komponist und Musiker Maarten Van Cauwenberghe ihren Stil durch: Musik und Tanz in Interaktion zu bringen. Nach zahlreichen Chorstücken, darunter Nomadics, in denen acht Interpreten die Beziehungen zwischen Natur und Lebewesen erkunden, enthüllen die beiden Belgier das Solo Tempest – das Erste in zehn Jahren, eine offensichtliche Rückkehr zu den Quellen – in dem Lisbeth Gruwez performt. Das Thema? Die Wut verkörpern, anhand von Körperhaltungen aus asiatischen Kampfsportarten. Nachdem sie sich bei einem thailändischen Meister ausbilden lässt, entwickelt die Künstlerin eine ganze Gesten-Freske, zwischen Kraft und Sanftheit, um den physischen Ausdruck dieses Gefühls zu beobachten, wenn man sich ihm hingibt, versucht ihm zu widerstehen oder es zu kanalisieren. Als Echo auf ihre Recherche macht sich ihr Komplize seinerseits daran diesen emotionellen Sturm auszudrücken, anhand der Verbindung von Elektrobässen und orientalischen Schlaginstrumenten, Marimba und Vibraphon. Das Ensemble baut so eine Atmosphäre auf, die zwischen hypnotisierenden Stimmungen, Ritualen abwechselt, die aber auch bewusst… unangenehm sind.


In Halbdunkel und Stille getaucht, enthüllt sich die Bühne erst nach langen Minuten. Eine eckige Struktur taucht langsam auf, mit der Solistin auf der Spitze eines Abhangs. Sitzend, beginnt sie damit langsame Bewegungen auszuführen, in absoluter Ruhe. Dann hört man metallische Klänge. Wie ein Glockenspiel, das vom Wind angetrieben wird, welches sie ins Zentrum der Bühne begleitet, bis es sich perfekt auf ihre Windungen abstimmt. Lisbeth lässt sich schlussendlich von der Intensität erfassen, reproduziert präzise bekannte Haltungen aus dem Kampfsport, von Händen, die die Luft zu durchschneiden scheinen, bis zu kampfbereiten Fäusten über eine beeindruckende Geschmeidigkeit der Gesten, wie eine Schlange, die sich durch den Raum bewegt. Eine dicke Rauchschicht nimmt die Bühne ein. Unsere Protagonistin wickelt sich in sie ein, wird eins mit ihr, bevor ein stroboskopisches Lichtspiel sie ins Zentrum eines höllischen Tornados stürzt. Während sie sich darum bemüht Ruhe zu bewahren, gerät alles um sie herum in Schieflage: Die schnelle und repetitive Sinfonie wird chaotisch und dissonant; das Blinken der Lichter wird immer schneller. Von einem schwindelerregenden Drehwurm erfasst, wird das Publikum auf jeden Fall benommen die Aufführung verlassen. 


In den Bains Douches (Montbéliard) am Freitag den 27. Februar und in Pôle Sud (Straßburg) am Dienstag den 17. und Mittwoch den 18. März 
mascenenationale.eupole-sud.fr

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