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Mehrsprachige Begegnung Am Gipfel von Christoph Marthaler

Le Sommet © Mathias Horn

Christoph Marthaler, der Schweizer Meister des Absurden präsentiert Der Gipfel, eine verrückte und multikulturelle Begegnung.  

Mit mehr als hundert Arbeiten in seiner Karriere ist der Siebzigjährige Christoph Marthaler, Anhänger von Beiträgen, die Sprachen, Texte und Lieder mischen, zurück mit dem unerwarteten Der Gipfel. Auch wenn das Spielen mit Zweideutigkeit eine der Hauptzutaten seiner Inszenierungen ist – so amüsierte er sich zum Beispiel mit dem Französischen und dem Englischen in Aucune idée –, bringt er das Ganze auf die Spitze, indem er seine neuen Figuren zwischen Französisch, Deutsch, Englisch und Italienisch jonglieren lässt. Der Haken ist, das man nicht weiß, ob sie sich wirklich verstehen. In einer Art Holzhütte auf dem Gipfel eines Berges vereint – im buchstäblichen Sinne, denn eine steinige Bergspitze durchstößt in der Tat den Boden ihres bizarren Holzgebäudes –, illustriert die komische Bande eine weitere Charakteristik des Marthaler-Stils: Ein gemeinsames Tun (und Leben), das hirnrissige Situationen umfasst. Am Anfang sind die Mitglieder mit Bergsteiger-Klamotten gekleidet und sie werden dabei präsentiert wie sie aus einem Lastenaufzug aussteigen, dem einzigen Zugang zu dieser Berghütte. Jeder installiert sich in seiner Ecke, zieht einen Ordner hervor, bevor er eine Reihe von Worten wiederholt. No, but, yes, ya, one… Eine Vorstellung einer Simultanübersetzung nimmt Form an – ebenfalls verrückt und chaotisch – die noch mehr Fragen zu ihrer Identität aufwirft. 


Obwohl die ursprüngliche Idee darin besteht eine offizielle Versammlung zu organisieren, die in groben Zügen von internationalen Kongressen inspiriert ist, ist der Zweifel über das, was das Publikum sieht, konstant. Indem es mal Politiker identifiziert, die eine Begegnung vorbereiten, mal Individuen, die vor der Außenwelt flüchten wollen, folgt der Zuschauer einer Intrige, die absichtlich die Anhaltspunkte durcheinanderbringt. So macht die Übersetzungsszene einer Sauna-Partie Platz, in der jeder ein Handtuch um die Hüfte gewickelt hat, bevor es in einen Abend mit Gesang, Tanz und Kostümen übergeht. Komische Geräusche vervielfältigen sich ebenfalls, vom Dröhnen von Helikoptern bis zu Explosionen, über die abwegige Ankündigung, dass die umgebenden Straßen von nun an für die kommenden 15 bis 18 Jahre gesperrt seien. Eine der Schauspielerinnen geht sogar so weit zuzugeben, dass sie nichts mehr begreift… Als dramaturgische Elemente sprüht es auch nur so vor Doppeldeutigkeiten. Zunächst anhand des Titels des Stücks, aber auch der Nutzung aufblasbarer Feuerlöscher, einer komischen Lösung um jegliche sterile Diskussion zum Erlöschen zu bringen. Handelt es sich um eine Kritik dessen, was im echten Leben passiert? Möglich, doch da Christoph Marthaler seit jeher wiederholt, dass er kein politisches Theater mache, bleibt die Interpretation offen. 


Im Grand Théâtre (Luxemburg) am Donnerstag den 29. und Freitag den 30. Januar, im Maillon (Straßburg, mit Festival Musica) am Donnerstag den 12. und Freitag den 13. Februar und in La Filature (Mulhouse) am Freitag den 20. und Samstag den 21. März 
theatres.lumaillon.eulafilature.org


> La Chamade du Prof. Marthaler. Eine Harmonieuntersuchung (une enquête sur l’harmonie): Eine dokumentierte Ausstellung über die künstlerische Vision des Regisseurs (Foyer des Grand Théâtre, Luxemburg)

> Kulturbus Offenburg/ Straßburg für die Vorstellung vom 12.02. im Maillon (Abfahrt Kunstschule, 19 Uhr)

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