Gaëlle Bourges inszeniert À mon seul désir

À mon seul désir © Danielle Voirin

Mit À mon seul désir, lässt Gaëlle Bourges alle Masken fallen, indem sie eine Überlegung zu den Situationen der Entblößung der Frauen in der Kunst präsentiert.

Mitte der 2000er Jahre hat sie in einem Erotik-Theater gearbeitet, fasziniert von dem, was die Nacktheit provozierte, begierig zu verstehen, was sich im weiblichen Körper inmitten der Gesellschaft abspielt. Seitdem bevölkert der Akt die Stücke von Gaëlle Bourges, einer Choreographin, die bewusst an einer Kritik der Darstellung der Frauen in der Kunstgeschichte arbeitet. À mon seul désir geht von den sechs Tafeln der Dame mit Einhorn aus, die Ende des 15. Jahrhunderts gewebt wurden und eine Allegorie der fünf Sinne bilden, ausgeschmückt mit einem sechsten, der immer noch mysteriös ist. Dieser „Wandbehang mit tausend Blumen“, wie sein Bestiarium (Einhorn, Löwe, Fuchs und zahlreiche Hasen…) findet sich auf der Bühne wieder: Vor einem krapproten Wandbehang und seinen Blumen sind vier Frauen nur mit einer Tiermaske bekleidet. Im Zentrum der Aufmerksamkeit das Einhorn, Symbol der Wildheit, das nur junge Jungfrauen an sich heranlässt. Diese Phantasie der Reinheit, Dreh-und Angelpunkt der weiblichen Gefangenschaft, bringt ein Verlangen nach Kontrolle ans Licht, ebenso wie eine Kontrolle des Verlangens. Langsam schwärmt unser Quartett in eine frei erfundene und phantastische Farandole aus, die die Wieder- Ermächtigung jeder Einzelnen berührt.

Gaëlle Bourges
Gaëlle Bourges : À mon seul désir © Danielle Voirin

Im Centre culturel André Malraux (Vandœuvre-lès-Nancy) am Montag den 15. und Dienstag den 16. April
centremalraux.com

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