Japan durch die Linse von Chloé Jafé in Straßburg
Mit drei Serien der Photographin Chloé Jafé, wirft À Fleur de peau einen ungefilterten Blick auf Japan.
Ein siebenjähriges Eintauchen in ein Japan fern aller Klischees hat es Chloé Jafé erlaubt faszinierende Experimente durchzuführen, die sich in der Trilogie Sakasa. I give you my life entfalten, ihrem ersten Teil, der den Schleier von Ehefrauen, Töchtern und Geliebten der Yakuza lüftet: Zwischen reiner Poesie und großer Brutalität enthüllt sie tätowierte Körper, die vom Drang nach Leben geprägt sind.
Brutalität enthüllt sie tätowierte Körper, die vom Drang nach Leben geprägt sind. Mit dem zweiten Kapitel, Okinawa mon amour, entdeckt man die andere Seite eines Archipels, das für seine Vergnügungen am Meer bekannt ist: Von ihrem Herumirren in Gebieten, wo die Stigmata des Zweiten Weltkrieges und noch präsent sind – wie die amerikanischen Truppen –, liefert sie gespenstische Bilder voller Melancholie, die von Spuren einer meditativen roten Farbe gespickt sind. Und schließlich komponiert die Künstlerin mit How I Met Jiro eine Ode an die Bewohner von Kamagasaki, eines populären Viertels von Osaka, in dem himmlische Landstreicher, Außenseiter mit verwahrlosten Körpern einer von Arbeit bestimmten Existenz und Frauen, die Opfer ehelicher Gewalt sind, aufeinandertreffen, wobei sie einen sehr zärtlichen Blick auf diese „Unsichtbaren“ des japanischen Wirtschaftswunders wirft.
In La Chambre (Straßburg) bis 24. Mai
la-chambre.org – chloejafe.com


