Atlas, ein neues Glanzstück der Reggae-Men von Dub Inc
Das Kollektiv Dub Inc aus Saint-Étienne ist zurück mit Atlas, ihrem neunten Werk, in dem Reggae immer noch auf ebenso viele Einflüsse trifft. Begegnung mit „Zigo“ Mavridorakis, dem Schlagzeuger und Mitbegründer der Gruppe.
Auch wenn Reggae die Basis des Stils von Dub Inc ist, erneuert Atlas wieder die Gattung, indem es eine luftige und unweigerlich engagierte Reise bietet. Welche Themen beschäftigen Sie in diesem Album?
Atlas ist voller Klänge aus Nordafrika, Hip-Hop aber auch Rock und Cumbia. Wie gewöhnlich beschränken wir uns nicht darauf den traditionellen jamaikanischen Reggae zu kopieren. Soziale Themen bleiben eine Hauptinspiration, zu denen sich introspektivere Thematiken gesellen, die noch nicht behandelt wurden, wie Freundschaft und Liebe. Mit diesem neunten Projekt haben wir vielleicht ein Stadium erreicht, an dem es notwendig war andere Themen zu behandeln. Die Sänger versuchen auf poetischere Weise zu schreiben. Der Titel entspricht übrigens völlig diesem Willen: Er erinnert an Berge und natürlich an die mythologische Figur, die das Gewicht der Welt auf ihren Schultern trägt.
Atlas ist ebenfalls der Name, den sie den Liedern gegeben haben, die das Album eröffnen und abschließen, für den Ersten mit einer orientalischen Stimmung und einer instrumentalen Dub-Version für den Letzten. Können Sie uns mehr darüber sagen?
Es hat etwas Cooles den Kreis mit dem Stück abzuschließen, welches das Ensemble eröffnet. Außerdem ist im klassischen Reggae die Dub-Version einer Single eine kleine Tradition, eine Art und Weise für den Toningenieur sich mit Effekten und Remixes zu amüsieren. Das Stück hat eine Struktur, die sich von dem unterscheidet, was wir üblicherweise machen: Keine Strophen und Refrain, sondern eher Gimmicks in kabylisch. Es präsentiert sich in drei Teilen mit, zunächst einem Gesangsauszug von Hakim, einem elektrischen Gitarrensolo und, schließlich, dem Teil von Komlan. Wir lassen uns von der Situation in der Ukraine und Palästina inspirieren. Für uns ist es eine Art und Weise über Grenzen zu sprechen und die Notwenigkeit von Offenheit, die so wichtig ist.
Auch zwei Duos sind präsent: Kabaka Pyramid auf Break the Silence, im Rhythmus der Trompete, und Marcus Gad auf dem elektronischen und ätherischen Mémoires.
Bei einer Künstlerresidenz in Saint-Étienne ist Marcus Gad vorbeigekommen um den Titel zu hören. Er hat ihn gemocht: Wir mussten uns also wiedersehen um ihn aufzunehmen. Mit Kabaka war es ähnlich. Er war nicht weit weg und hat die Gelegenheit genutzt um unser neues Studio zu besichtigen. Nach seiner Tournee kam er wieder vorbei. Solange die Stücke nicht abgeschlossen sind, warten wir ab ob sich nicht echte gute Vibes hinzufügen.
Comment faire und Ma Bataille ihrerseits stellen das Akkordeon in den Mittelpunkt. Wie ist es dazu gekommen?
Wir haben es schon in der Vergangenheit genutzt [lacht]. Hier hatten wir Lust dazu wieder ein wenig Färbungen der Weltmusik einzubringen. Fred, einer unserer beiden Keyboarder spielt auch viel Akkordeon, also ist das auf natürliche Weise entstanden. Comment faire ist sehr von Cumbia geprägt und Ma Bataille, das mit einer Jam-Session angefangen hat, räumte diesem Instrument sehr schnell einen Platz ein.
Im Thônex Live (Thônex) am Donnerstag den 5. Februar, im Cèdre (Chenôve) am Samstag den 7. Februar, in der Rockhal (Esch-sur-Alzette) am Donnerstag den 19. März, in La Cartonnerie (Reims) am Freitag den 17. April und im Zénith (Straßburg, mit Danakil) am Freitag den 13. November
thonexlive.ch – cedre.ville-chenove.fr – rockhal.lu – cartonnerie.fr – zenith-strasbourg.fr
